Trumps Lieblingsmoderator Carlson beschäftigte jahrelang einen Rassisten als Chef-Autoren

Tucker Carlsons Sendung auf Fox News ist in den USA extrem beliebt. Der Chef-Autor der Show hat nun gekündigt, nachdem offenbar von ihm stammende rassistische Postings aus einem Forum enthüllt wurden. 

Tucker Carlson gehört mit seiner abendlichen Sendung auf Fox News seit Jahren zu den reichweitestärksten Kabelformaten, inzwischen ist er die Nummer eins

“Von allem, was er (Tucker Carlson, Anm. der Red.) vom Teleprompter abliest, habe ich die erste Version verfasst”, sagte Blake Neff erst kürzlich im Gespräch mit einem US-Magazin. Seit rund vier Jahren ist der Mann Chef-Autor von Carlsons Sendung auf Fox News, oder besser: Er war es bis Freitag. CNN Business hatte Neff mit zahlreichen Postings konfrontiert, die dieser unter einem Pseudonym in einem Forum verfasst haben soll. Am Freitag meldete sich dann ein Sprecher von Fox News und teilte mit, dass Neff nicht mehr für den Sender arbeiten würde. Auch gegenüber “Deadline” wurde die Kündigung bestätigt.

Die Show von Tucker Carlson auf Fox News ist bereits seit längerer Zeit die mit den aktuell besten Einschaltquoten in den USA. Seit den jüngsten veröffentlichten Zahlen ist sie nun sogar die weitreichenstärkste Sendung in der Geschichte des US-Kabelfernsehens. Zu dem großen Publikum des erzkonservativen Moderators gehört auch US-Präsident Trump, der regelmäßig via Twitter zu Themen der Sendung Stellung bezieht oder Auszüge davon verbreitet. Carlson ist erklärter und offener Fan von Trump.

Offen rassistische Posts in Forum

Das Forum “AutoAdmit”, in dem CNN die angeblichen Kommentare des Chef-Autors von Carlson fand, ist laut dem Sender eine “Brutstätte für rassistische und sexistische Inhalte”. Neff soll etwa in einem Thread geantwortet haben, dessen Titel das N-Wort enthalte. Dabei ging es um die Frage, ob man sich für 50-prozentigen Rabatt von einem Schwarzen einer Augenoperation unterziehen lassen würde. Neff antwortete laut CNN, dass er die OP “nicht für umsonst von einem Asiaten” vornehmen lassen würde, “also: Nein”. Im Juni habe er zudem in dem Forum geschrieben: “Schwarze Typen, die zuhause bleiben und Call of Duty (ein Videospiel, Anm. d. Red.) spielen, sind vermutlich einer der größten Faktoren, um Kriminalität gering zu halten.” Regelmäßig soll Neff sich in Chats unterhalten haben, in denen andere offen und mehrfach das N-Wort benutzten, es oftmals sogar in der Überschrift des Threads stand. Dabei habe er sich stets normal mit den Menschen weiter unterhalten, ohne an den rassistischen Begriffen Anstoß zu nehmen. 

Moderator mit Mission

Fox-News-Mann Carlson und sein Kampf gegen die "globale Tyrannei des metrischen Systems"

Neff hielt außerdem laut CNN einen Thread über fünf Jahre am laufen, in dem er Bilder einer seiner weiblichen Facebookfreundinnen postete und sich ausführlich über deren Beziehungsleben lustig machte. Über die Jahre sollen sich fast 1000 Kommentare darin gesammelt haben. In vielen davon würde sich mit teilweise rassistischer und sexistischer Wortwahl über die Frau lustig gemacht.

CNN kam Neff nach eigenen Angaben auf mehreren Wegen auf die Schliche. So habe man einen Tipp zur wahren Identität des Nutzers “CharlesXII” erhalten und daraufhin zahlreiche Details aus Neffs Lebenslauf mit den Postings des Nutzers abgleichen können, etwa auf welche Universität er ging, wie lange er seinen “Job im Journalismus” aktuell ausübe sowie ein von dem Nutzer geposteter Screenshot, in dem Tucker Carlson Neff für die Zeilen zu einem Parodie-Song lobt.

Reflektionen auf Fotos überführten ihn

Weitere Gewissheit habe CNN dadurch erlangt, dass der Nutzer “CharlesXII” 2018 mehrere Fotos von einem Museumsbesuch in Ägypten in dem Forum gepostet habe. Blöd nur: Demnach spiegelt sich in mindestens drei Aufnahmen der Fotograf in den abgebildeten Glasvitrinen, und der ist laut dem Sender klar als Blake Neff zu erkennen.

Tucker Carlson

"White supremacists? Kein wirkliches Problem" – "Fox"-Moderator hält Rassisten für Erfindung

Tucker Carlson hatte 2018 in einem anderen Format auf Fox News über seine Show und die Produktion dahinter gesprochen. Damals hatte er Neff namentlich erwähnt und ihn einen “wundervollen Autor” genannt. Auch in Carlsons Buch “Ship of Fools” wird Neff namentlich erwähnt als jemand, der Recherchematerial beigetragen habe. Dieser und zwei andere Schreiber würden “an unserer abendlichen Show auf Fox mitarbeiten und diese ungemein verbessern”, schrieb Carlson. 

Der Moderator selbst war für CNN nicht zu erreichen. Der Sender bestätigte zwar die Kündigung, gab darüber hinaus jedoch keine Details bekannt.

Quellen: CNN / “Dartmouth Alumni Magazine” / Poynter.org / “Deadline” 

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel