So aufregend wird der neue "Tatort" aus Wien

Der “Tatort: Verschwörung” wird eine große Herausforderung für die Wiener Kommissare – und damit auch für ihre Fans. Aber lohnt sich das Einschalten heute Abend? Darum geht’s im neuen Krimi.

Herzinfarkt oder Mord?

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), der in wenigen Tagen ein lang ersehntes Projekt bei Europol und der EU-Antikorruptionsbehörde OLAF im niederländischen Den Haag antreten soll, beschließt, diesen Fall noch zu übernehmen. Aber ist es überhaupt ein Fall? Im Ministerium drängt man darauf, die Todesursache als simplen Herzinfarkt darzustellen. Es gab scheinbar keine Fremdeinwirkung, und die Spuren des Dopingmittels im Blut des Verstorbenen beweisen keine Vergiftung.

Neuer Fall aus Wien: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) sind diesmal einer Verschwörung auf der Spur. (Quelle: ARD Degeto/ORF)

Obwohl der Tote im Ministerium gefürchtet war, hatte er privat offenbar nur Freunde. Er hinterlässt eine trauernde Witwe, einen befreundeten Nachbarn und einen fürsorglichen Sportarzt. Genau zu dem Zeitpunkt, als Moritz Eisner erste Lücken in der blitzblanken Vergangenheit des Toten aufspürt, wird verkündet, dass er den Job in Den Haag nicht bekommen wird. Die Freistellung aber, die er beantragt hatte, um nach Holland gehen zu können, wurde bewilligt. Nun ist Moritz Eisner den Fall und seine neue berufliche Perspektive los. Zu bremsen ist er dadurch nicht. Ganz im Gegenteil.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja! Die Zuschauer erwartet in jedem Fall ein sehr sehenswerter Film. “A echta Krimi heast!” – mit einer klassischen Wendung. Für alle Fans des Wiener Teams wird es besonders spannend, denn einer verliert “nach 35 Jahren” den Job, die andere möglicherweise gar das Leben – so viel sei bereits verraten. Außerdem gibt es einige interessant gemachte Szenen, in denen aus der Perspektive halluzinierender Menschen erzählt wird.

Aufatmen können die Zuschauer immer dann, wenn sich die beiden Hauptermittler einander von der liebenswürdigen, mit viel Wiener Schmäh angereicherten Seite zeigen. Apropos, die im Vorgängerfall eingeführte neue Assistentin Meret Schande (Christina Scherer) gewinnt langsam an Kontur – und wird auch weniger angeraunzt. Richtig schlecht kommt dagegen einmal mehr Eisners Chef, Ernst “Ernstl” Rauter, weg. Wien-“Tatort”-Kenner könnten sich langsam fragen, ob – statt des Kommissars – nicht besser er seinen Hut nehmen sollte.

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Dass der Krimi in einem besonders heißen Sommer in Österreich spielt, passt in Anbetracht der für das Wochenende prognostizierten Temperaturen im Übrigen auch wie die Faust aufs Auge.

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