Passagier 23

Berlin (dpa) – Polizeipsychologe Martin Schwartz (Lucas Gegorowicz) ist ein gebrochener Mann. Vor fünf Jahren sind seine Frau und sein Kind auf einer Kreuzfahrt an Bord der “Sirius” verschwunden. Spurlos.

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Seitdem blickt er finster, keine Spur von Lächeln auf seinem Gesicht. Auf ewig wird ihn die Ungewissheit plagen wird, was seiner Frau und dem Sohn wirklich zugestoßen ist.

Das ist die Ausgangslage in Sebastian Fitzeks Thriller “Passagier 23”, der sich wie viele seiner Bücher sehr gut verkaufte. RTL verfilmte den Stoff, der Thriller läuft an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr. Der Begriff “Passagier 23” steht in der Seefahrt stellvertretend für die Fahrgäste, die auf unerklärliche Weise verschwunden sind.

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Der Hochseethriller ist nicht der erste Fitzek-Stoff, der für das Fernsehen verarbeitet wurde. Der Autor ist zufrieden. “Der Film ist dieses Mal viel näher an der Buchvorlage drangeblieben”, sagte er vor einiger Zeit der Deutschen Presse-Agentur. Auch habe man sich beim Dreh mehr Zeit gegeben.

Die Dreharbeiten fanden auf einem echten Kreuzfahrtschiff statt – auf welchem, will RTL lieber für sich behalten. Das Thema ist schließlich nicht gerade die beste Werbung für einen schönen Ausflug aufs Wasser, zumal nicht in Corona-Zeiten. Der Fall des Sängers und Schauspielers Daniel Küblböck, der 2018 vor der Küste Kanadas von einem Schiff verschwand, haftet auch noch vielen Menschen im Gedächtnis.

Der Polizeipsychologe Schwartz hat im Buch wie im Film eigentlich schon mit dem Schicksal seiner Familie abgeschlossen, als ihn der Anruf einer Thrillerautorin (Judy Winter) erreicht, die an Bord der “Sirius” sitzt und über einem neuen Roman brütet. Sie teilt ihm mit, dass ein kürzlich an Bord verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht sei – ausgerechnet mit dem Teddy von Schwartz’ Sohn in ihrem Arm. Ist das Kind der Schlüssel zur Klärung seines persönlichen Falls?

Schauspieler Gregorowicz ist dem Publikum vertrauter als deutsch-polnischer Ermittler Adam Raczek im “Polizeiruf 110” aus Brandenburg. Er räumte einmal im RTL-Gespräch ein, dass Kreuzfahrten nicht seine Welt sind. “Das ist nichts für mich.” Sein Vater habe als DJ auf so einem Schiff gearbeitet, monatelang sei er weg gewesen. “Mir sind auch die Wassermassen unheimlich. Und die vielen Menschen.”

Eine Kreuzfahrt vermittle den “Schein eines Abenteuers, einer echten Reise”, sagte er. “In Wahrheit aber ist alles kontrolliert und gesteuert. Man kann nachher erzählen, wo man überall war, wirklich gewesen ist man aber nirgends. Außer am Buffet.”

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