Novum bei "Wer wird Millionär?": Jauch erfindet beim "Danke-Special" neuen Joker

Beim „Danke-Special“ am Montagabend sorgte Günther Jauch für eine Premiere in der über 30-jährigen Historie von „Wer wird Millionär?“. Der 65-Jährige gebar spontan das „Moderatoren-Veto“ und bewahrte damit den sozial engagierten Kandidaten Heinrich Annas vor einer Fehlentscheidung.

„Wir wollen heute mit dieser Sendung ‚Danke‘ sagen! Demzufolge sind bei uns Menschen, die etwas Besonders geleistet haben, und bei denen sich andere bedanken möchten“, eröffnete Moderator Günther Jauch am Montagabend sein „Danke-Special“. Ebenso eine Besonderheit an diesem Abend: Erstmals seit über einem Jahr gab es wieder Publikum im Studio – halbe Besetzung zumindest. Der Stimmung war dies natürlich dennoch zuträglich.

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Emotionales Familiendate

Zunächst fischte sich der Moderator den völlig perplexen Alltagshelden Heinrich Annas aus Rheine im Münsterland aus dem Publikum. Er führt ein Sozialkaufhaus und gibt Minderqualifizierten einen Job und sozial Bedürftigen die Möglichkeit, günstig Lebensmittel einzukaufen.

Überrascht wurde der Alltagsheld von seinen Kindern. „Du bist nicht nur unser Papa, sondern auch ein riesiges Vorbild“, so etwa die Tochter unter Tränen zum Vater, dessen Augen auch nicht gerade trocken blieben. Als kleine weitere Überraschung gab’s an diesem Abend auch noch einen Danke-Joker – die Kandidaten durften sich bei einer Frage mit den Personen, die in die Sendung gelockt haben, absprechen.

Annas, der sichtlich nervös war, tat sich gleich zu Beginn schwer. Schon bei der ersten Frage, die ihm Jauch stellte, stand er auf der Leitung. Sie lautete wie folgt:

„Ist das Federvieh anders als geplant am Martinstag doch nicht auf dem Teller gelandet, handelt es sich um eine…?“

A: Gapunzel
B: Frau Golle
C: Gumpelstilzchen
D: Gans im Glück

Mit Jauchs Unterstützung packte der Münsterländer aber die Hürde. Dass ein Sommelier mit Wein zu tun hat, war ihm danach aber leider auch nicht bekannt. Diesmal griff ihm das Publikum unter die Arme. „Ich glaube, das wird eine zähe Runde“, meinte indes jemand auf Twitter.

Jauch räumt sich plötzlich Veto-Recht ein

Doch Annas erhielt mentale Unterstützung: Via Zuspieler wünschten Leute aus seinem Sozialkaufhaus sowie Familienmitglieder dem sozial so Engagierten nur das Beste für die Sendung. Dann die Frage für 2.000 Euro:

„Wer verdient anstelle von kolportierten 21 Mio. Dollar pro Saison bei den LA Lakers jetzt wohl „nur“ 5,9 Mio. bei den Boston Celtics?

A: Schmidt
B: Schröder
C: Kohl
D: Adenauer

„Ich weiß das nicht“, so der Kandidat, der umgehend die Nummer seines Telefonjokers wählen ließ. „Schmidt!“, meinte dieser am Ende der Leitung selbstbewusst. Jauch seufzte und verlautbarte, ehe Annas einloggen ließ: „Ich führe jetzt zum ersten Mal in der Geschichte von ‚Wer wird Millionär?‘ einen sechsten Joker ein. Es ist der ‚Moderatoren-Joker‘, auch Veto genannt.“ Im Publikum brachen natürlich Gelächter und Beifall aus.

Jauch weiter zu Annas: „Veto bedeutet, Ihnen wird verboten, die Lösung des Telefon-Jokers zu verwenden. Müssen Sie halt noch einen Joker nehmen!“ Auch Annas musste lachen. Und der Zusatzjoker wusste auch tatsächlich mehr: „Das ist die Antwort B, das ist der Herr Dennis Schröder“, so der Gehilfe von der Tribüne. Der Münsterländer ließ einloggen und war damit in der nächsten Runde.

„Wer wird Millionär?“: Ende bei 64.000-Euro-Frage

Der neue und einmalige „Moderatoren-Joker“ schien den Kandidaten zu motivieren. Die Antworten auf die Fragen für 16.000 und 32.000 Euro schüttelte Annas jetzt gleichsam aus dem Ärmel. Jauch war begeistert. Dann die Frage für 64.000 Euro:

„Wo stößt man am ehesten auf einen Viertelgeviertstrich?“

A: in einem Word-Dokument
B: bei Fußgängerüberwegen
C: auf einer Gitarre
D: im Güterbahnhof

Annas kommentierte die Frage mit einem lapidaren „Nee!“. Auch die Kinder – die Protagonisten des Danke-Jokers – hatten nicht die geringste Ahnung, weshalb Papa das Handtuch werfen musste. „Ich habe noch drei junge Frauen im Laden, die eine Kaution für ihre Wohnung brauchen. Da würde ich gerne helfen“, so der selbstlose Kandidat. Antwort A wäre die richtige gewesen.

Dankbarer Nachbar im Rollstuhl

Auch Karin Giesche aus München wurde an diesem Abend überrascht. Und zwar von Alexander Neyer. „Du hilfst mir ständig und bist immer für mich da, wenn ich etwas brauche“, so Giesches im Rollstuhl sitzender Nachbar. Freundschaftliche Liebe auf den ersten Blick sei es gewesen, als er sie damals kennenlernte, so Neyer zu Jauch. Auch Giesche, die in einem Hightech-Unternehmen arbeitet, musste sich bereits recht zeitig unter die Arme greifen lassen – konkret bei der 500-Euro-Frage, die Jauch wie folgt vorlas:

„Es wohnt der …?“

A: Biber in der Biberburg
B: Marder im Marderpalast
C: Otter in der Otterfestung
D: Igel im Igelschloss

„Ich hab tatsächlich keine Ahnung“, gestand die Kandidatin. Sie wollte es jetzt vom Publikum wissen, das sich zu 95 Prozent für den Biber in der Biberburg aussprach und Giesches Weiterkommen sicherte.

Giesche zum Nachbarn: „Du Arsch!“

Die Kandidatin zeigte sich nur bedingt dankbar, denn in der Werbepause schob sie ihrem hinter ihr sitzenden Nachbarn ein „Du Arsch!“ mit Augenzwinkern rüber.

Nach einer enorm schweren Geburt bei der 16.000-Euro-Frage, für deren Antwort die Kandidatin gute fünf Minuten benötigte („Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich. Entschuldigung Jan Hofer, dass es doch 1:30 Uhr geworden ist“, witzelte Jauch), stellte ihr der Moderator jene für 32.000 Euro:

„Bei der EURO 2020 wurde ein neuer Rekord vermeldet: Es fielen elf…?“

A: direkte Freistoßtore
B: Kopfballtore
C: Abseitstore
D: Eigentore

Giesche musste zum Hörer greifen. „Ich weiß es auch nicht wirklich, würde aber zu Antwort D tendieren“, ließ sie ihr Telefonjoker wissen. Doch der Münchnerin war dies zu unsicher. Sie nahm die 16.000 Euro. Die Eigentore wären die richtige Antwort gewesen. „Ich lass mir auf jedenfalls was einfallen. Das wird schon irgendwie verbraten“, so Giesche auf die Frage Jauchs, was sie mit dem Geld machen wolle.

Schüler bedanken sich bei ihrem Lehrer

Danach holte sich Günther Jauch noch Falk Elbers aus dem Publikum. Der 53-jährige Englisch- und Sportlehrer wurde von vier Schülern überrascht. „Er hat immer ein offenes Ohr für uns – egal, ob in der Schulzeit oder außerhalb. Man kann ihn einfach nur mögen“, so die Schüler unisono. Der Wolfsburger war schlichtweg sprachlos. „Schön, wenn eine pädagogische Fachkraft mal nicht weiß, was sie sagen soll“, kommentierte Jauch Elbers großes Schweigen.

Der machte seine Sache zunächst gut, bekam es dann aber zunehmend mit Fragen fernab seiner Interessensgebiete zu tun, die ihn dazu zwangen, Joker für Joker zu investieren. Jene für 8.000 Euro las sich beispielsweise so:

„Für wen könnte es nach der Hitsingle ‚Bad Habits‘ zur schlechten Angewohnheit werden, Dance-Pop-Tracks zu veröffentlichen?

A: Kanye West
B: Taylor Swift
C: Ed Sheeran
D: Lady Gaga

Elbers wusste es einfach nicht, konnte aber auf seine „Ed Sheeran“-affinen Schüler zählen. Dass die 1997 verstorbene Lady Di am 1. Juli dieses Jahres 60 Jahre geworden wäre, wusste wiederum der Telefonjoker des Lehrers. Unmittelbar danach die Frage für 32.000 Euro:

„Was weist manchmal einen sogenannten Schlüsselloch-Rücken auf?“

A: Fotoalbum
B: Kleid
C: Sparschwein
D: Nase

„So, Herr Jauch. Ich hätte eine Tendenz, aber wir brauchen auf jeden Fall einen Joker“, ließ der Kandidat den Moderator wissen. Doch auch Elbers letzter „Freund“, der 50:50-Joker, der die Antworten B und D offenlegte, brachte den Lehrer letztlich nicht dazu, ins Risiko zu gehen. „Es reicht nicht, aber es hat viel Spaß gemacht“, so der sympathische Kandidat, der Antwort B tendierte und damit richtig gelegen wäre.

„Was machen Sie mit dem Geld?“, wollte Jauch am Ende der Sendung noch vom Wolfsburger wissen „Da muss ich jetzt tatsächlich lang überlegen“, antwortete dieser. Doch Jauch half ihm auf die Sprünge: „Ich habe erfahren, dass Sie gern mal beim Tennisturnier in Wimbledon dabei wären, oder?“, so der Moderator zum Kandidaten. Elbers bestätigte dies, wollte sich ad hoc aber noch nicht wirklich festlegen.

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