Münster-‘Tatort: Rhythm and Love’: Was für ein Durcheinander!

Achtung, Spoiler! Diese TV-Kritik gibt mehr oder weniger konkrete Hinweise auf die Handlung und das Ende des Münster-“Tatort: Rhythm and Love”. Wenn Sie nichts verraten bekommen wollen, warten Sie mit der Lektüre des Textes, bis Sie den Film gesehen haben (Das Erste, 02.05.2021, 20.15 – 21.45 Uhr und in der ARD-Mediathek).

Die Kulisse zu Beginn ist ebenso schön wie stereotyp: Cannabis, zwei Alpakas, Wohnwagen und ein Lagerfeuer. Im Münster-“Tatort: Rhythm and Love” müssen Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und sein Partner, Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl), den Mord in einer Hippie-Kommune aufklären. Und wie es das Klischee so vorsieht, gibt es dort nicht nur den ein oder anderen Joint, sondern auch ganz viel nackte Haut.

Münster-“Tatort” dreht sich um Mord, Eifersucht und freie Liebe

Besonders Maik Koslowski (Matthias Zera), zu Beginn des Films Kommunenmitglied, kurz darauf Leiche, zeigt gerne was er hat. Der Verfechter der freien Liebe stirbt schon nach wenigen Minuten und hinterlässt verliebte Partner und Partnerinnen, die nach Thiels Meinung alle ein Motiv hätten. Eifersucht in gleich mehrfacher Ausführung. Ganz brisant wird es allerdings, als neben dem Pressesprecher der Polizei Johannes Hagen (August Wittgenstein) auch ein Priester (Nikolai Kinski) in den Fall verwickelt zu sein scheint.

von WDR/Martin Valentin Menke

So viele Beziehungen wie das Opfer hatte, so zahlreich sind auch die Handlungsstränge. Vom verzweifelten Boerne, der wegen eines Plagiats belangt wird bis hin zu Thiels Assistent Mirko Schrader (Björn Meyer), der Angst vor dem anstehenden Polizeisportfest hat: Als Zuschauer verliert man in dem Durcheinander schnell die Übersicht.

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“Tatort: Rhythm and Love”: Streckenweise sehr unterhaltsam

Hat man sich aber durch die ersten 20 Minuten, bestehend aus Liebschaften und Seitenhandlungen gekämpft, erwartet den Zuschauer eine durchaus unterhaltsame Folge. Die gewohnten Sticheleien der beiden Hauptcharaktere machen hier den Unterschied. Und auch die Kulisse der Hippie-Kommune sorgt für einige Lacher. Besonders wenn der steife Professor Boerne mit seinem Tesla auftaucht, um zum Auflockern einen Trommelkurs zu belegen.

Was dieser Fall in der Mitte durch diese kleinen Einlagen gewinnt, verliert er hintenraus genauso schnell wieder. Die Auflösung kommt recht abrupt und lässt einen am Ende mit mehr Fragen nach dem Motiv des Täters zurück als zu Beginn. So ist der “Tatort: Rhythm and Love” (Buch: Elke Schuch, Regie: Brigitte Maria Bertele) nur zeitweise sehenswert: Wegen der Witze – und der Alpakas.

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