"Junger Freund": Verkäufer weist Horst Lichter zurecht

Eigentlich möchte ein Ehepaar aus Hanau nur ein Erbstück bei “Bares für Rares” zum Verkauf anbieten. Doch durch ein kleines Missverständnis geraten Horst Lichter und der Ehemann schon am Anfang aneinander.

“Wunderschönen guten Tag, wie darf ich euch ansprechen?”, fragt er Angela Klöntrup und Jörn Rauser aus Hanau. Sie stellen sich mit ihren Vornamen vor. Statt “Jörn” versteht Lichter hingegen “Jürgen”. Darüber ist der Betroffene allerdings sehr verstimmt. “Jörn, bitte. Da bestehe ich drauf. J-Ö-R-N, junger Freund”, weist er Lichter zurecht. Der versucht, die gekippte Stimmung zu retten. “Das finde ich auch bedeutend interessanter als Jürgen”, sagt er und Jörn pflichtet ihm bei: “Ja und das 1941 – fortschrittlich.”

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“Da kannst du schnell ins Fettnäpfchen treten”

“Bares für Rares”: Ein Missverständnis sorgt für Unmut. (Quelle: Screenshot ZDF)

“Ihr Lieben, wie steht ihr beiden zueinander?”, möchte Lichter nun von dem Paar mit dem deutlichen Altersunterschied wissen – und erzählt, um die Stimmung etwas aufzulockern, eine kleine Anekdote. “Ich frag ja mittlerweile immer nach. Ich habe so verschiedene Sachen schon vorausgesetzt und da lag ich aber sowas von schief. Ich hab schon mal einem sehr netten Herrn hier gesagt, dass seine Tochter wirklich bezaubernd ist und da meinte er, das wäre seine Gattin.”

“Schönes Kompliment, Horst”, findet Rauser und erklärt: “Wir sind verheiratet. Aber da kannst du schnell ins Fettnäpfchen treten.” Seine Frau fügt hinzu: “Das käme in unserem Fall auch wirklich hin mit dem Alter. Ich will ja hoffen, dass man es sieht.” Lichter entgegnet sofort: “Selbstverständlich. Also dich würde ich so auf Anfang 30 und den netten Herrn auf gut gewachsene 50 schätzen”, schmeichelt er den beiden, die das Kompliment gerne annehmen.

Armband mit Broschenverschluss

“Bares für Rares”: Die Brosche des Armbands besteht aus 585er Gold. (Quelle: Screenshot ZDF)

Nach dem Vorgeplänkel ist dann aber die Expertin mit der Expertise des Schmuckstücks an der Reihe. “Es ist ein breites Armband aus acht Reihen an Erbsketten. So wird das Muster benannt, denn es sieht so aus, als wären es kleine Erbsen. Diese Erbsketten wurden in erster Linie im Trachtenschmuck verwendet, schon seit dem 18./19. Jahrhundert”, sagt Dr. Rezepa-Zabel.

Zwar sei das Armband nur aus vergoldetem Silber, bei dem Verschluss handele es sich aber um eine ehemalige Brosche – und die sei aus Gold. Obwohl das Armband schon etwas abgerieben ist, findet die Expertin: “Es ist eine interessante Mariage.” Die Verkäufer hätten gerne 300 Euro für das Schmuckstück.

Info: Mariage bedeutet, dass Schmuck aus einem älteren und einem neueren Stück zusammengesetzt wird. So kann wie in diesem Beispiel aus einer Brosche und einem Armband eine Mariage (eine Hochzeit) und damit ein neues Armband entstehen.

“300 Euro – das kann ich nicht machen”, erklärt die Expertin. Doch bevor erneut Unmut aufkommt, sagt sie: “Da liegt bereits der Goldwert für die Brosche. Ich würde hier 450 bis 500 Euro taxieren.” Mit dieser Expertise sind die Verkäufer zufrieden und versuchen ihr Glück bei den Händlern.

Verwechslung im Händlerraum

Im Händlerraum ist Schmuckexpertin Susanne Steiger direkt an dem Armband interessiert und startet mit 250 Euro. Verkäufer Rauser übernimmt sofort die Leitung der Bieterrunde und fragt bei jedem Händler das Gebot ab. “Sie könnten auch Auktionator werden”, findet Susanne. Schließlich erhält aber Kunsthändler Markus Wildhagen mit 420 Euro den Zuschlag.

Rauser hat allerdings nur Augen für Steiger und sagt zu ihr: “Es ist ein faires Angebot und ich sage sogar ‘Ja’ ohne weiter zu verhandeln, denn ich denke, sie müssen es auch weiterverkaufen.” Seine Frau bringt ihn wieder auf Spur: “Das Gebot ging aber nach da hinten, Schatz.” Wildhagen bringt da schon das Geld nach vorne mit den Worten: “Also ich verstehe natürlich, dass sie es der Susanne verkaufen wollen.” Rauser scherzt: “Ja, sie ist auch hübscher.” Nach dem Verkauf findet Steiger: “Das war ein tolles Paar, oder?”

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Das Ehepaar plant mit dem Geld zum einen, mit der Familie essen zu gehen. Zum anderen verrät Klöntrup: “Ehrlicherweise habe ich schon im Voraus ein Stand-up-Paddel-Board gekauft für unser Haus am See und das werden wir jetzt hoffentlich nutzen können im Sommer.” 

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