Frechheit siegt: Drei Löwen springen ab – am Ende haben die Gründer Glück

Eigentlich ist es ein Glücksfall: Gleich drei Löwen wollen zusammen beim Startup “Kulero” einsteigen. Die beiden Gründer schachern aber so lange, bis einer nach dem anderen aussteigt – und haben doch am Ende Glück.

Es ist ein kurioser Moment in der neuesten Folge von “Die Höhle der Löwen”: Da stehen zwei Gründer und drei Investoren bieten ihnen gemeinsam ihre Hilfe an – doch die lehnen immer und immer wieder ab, schachern, bis es fast arrogant wirkt.

Das Ziel von Hermant Chawla und Juliane Schönling ist allerdings auch hoch: Sie wollen Europa plastikfrei machen. Business und Weltrettung also, ein Anspruch, der in den neuen Folgen von “Die Höhle der Löwen” immer wieder auftaucht.

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Gelingen soll das mit “Kulero”, was übersetzt aus der Weltsprache Esperanto Löffel heißt. Genau das produzieren die beiden: essbare Löffel aus verschiedenen Getreidesorten, der dort zum Einsatz kommen soll, wo Plastikgeschirr verwendet wird.

Es gibt nur ein Problem: Im Moment produzieren sie ihre Löffel in Hermant Chawlas Heimatland Indien. Durch Verschiffung und Zölle kosten sie in der Produktion acht Cent – ein Plastiklöffel aber nur einen. Selbst Holzgeschirr ist halb so teuer.

Ihre Forderungen sind trotzdem hoch: 200.000 Euro wollen sie für zehn Prozent ihrer Anteile. Damit soll in Deutschland die erste europäische Produktionsstätte entstehen. “Ihr habt mich wirklich überrascht”, sagt dazu Löwe Georg Kofler. Strahlende Gesichter auf Seiten der Gründer. “Eure dünnen Margen haben mich auch überrascht”, setzt er nach. Ernüchterung macht sich breit.

Ein Löwe nach dem anderen steigt aus

Doch etwas tut sich im Hintergrund. Während Ralf Dümmel zu seinem Monolog ansetzt, warum er nicht interessiert ist, steht Nils Glagau auf, geht zu Dagmar Wöhrl und beginnt mit ihr zu tuscheln. “Hast du generell Interesse?”, fragt er. Sie: “Ja.” Beide verschwinden in eine Ecke.

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Nico Rosberg bekommt das mit und gesellt sich dazu. Die drei kehren zurück und machen ein einmaliges Angebot: drei Investoren, 200.000 Euro für 33 Prozent. Das gab es noch nie in “Die Höhle der Löwen”. Noch überraschender ist die Antwort: Hermant Chawla und Juliane Schönling bieten für denselben Betrag nur 14 Prozent. “Wie bitte?”, stottert Wöhrl überrascht, Nico Rosberg steigt gleich aus.

Die nächste Runde Tuschelei beginnt. Glagau und Wöhrl beraten sich noch einmal: 20 Prozent für 200.000 Euro ist die neue Offerte. Das Gegenangebot lässt nicht lange auf sich warten: 15 Prozent bieten die Gründer. “Habt ihr euch das wirklich gut überlegt?”, fragt Wöhrl.

Glagau offensichtlich schon, denn er lässt sein Angebot fallen. Zwei Investoren in einer Sendung zu verlieren, das hat in “Die Höhle der Löwen” auch noch niemand geschafft.

Wöhrl hingegen ist immer noch interessiert und will den Deal alleine durchziehen. Hat aber nicht mit der Hartnäckigkeit der Gründer gerechnet. Ihr Angebot galt für drei Löwen, sagen die. Für Wöhrl gibt es nur 14 Prozent Anteile – zum selben Preis.

Wöhrl schluckt und sagt: “Dann tuts mir leid, dann nicht” – überlegt es sich sofort darauf aber doch wieder anders. Die anderen sind entsetzt. “Die haben uns ganz schön vorgeführt”, sagt Kofler.

Richtig – aber offensichtlich siegt Frechheit auch bei “Die Höhle der Löwen”. So hart verhandelt hat zumindest noch niemand in dieser Sendung.

Bienen züchten für Anfänger

Mit den anderen Gründern haben es die Löwen etwas leichter. Der 21-jährige Jan-Angelus Meyer hat die Easy Bee Box erfunden, mit der jeder Laie Bienen halten kann. Bis zu 25 Gläser Honig bringt das pro Jahr. Nachdem fast alle Investoren ausgestiegen sind, beteiligt sich zumindest Nils Glagau.

Für noch mehr Begeisterung sorgt der Rentner Karlheinz Voll. Seine Erfindung ist so einfach wie genial – er kombiniert eine Wasserwaage mit einer zweiten kleineren, die sich im rechten Winkel ausklappen lässt.

Mit der “Flüwa”, der Wasserwaage mit Flügel, können beide Richtungen gleichzeitig ausgerichtet werden. Ralf Dümmel stellt im Test fest, dass sein Beistelltischchen im Studio offenbar seit Jahren schief steht. Er ist es auch, der bei der kleinen Firma mit 60.000 Euro für 30 Prozent Anteile einsteigt.

Etwas höher schlägt der Puls bei Dilara Cakirhan und Paula Essam. Die haben einen BH mit drei Taschen entwickelt, so dass Frauen keine Handtasche mehr benötigen. Eigentlich eine kluge Idee, aber es gibt ein Problem: Essam will neben der Firma auch Schauspielerin werden.

Eine Situation, die Carsten Maschmeyer von zu Hause kennt. Er erinnert sich mit gequältem Gesichtsausdruck an all die abgesagten Urlaube mit seiner Frau Veronica Ferres, wenn kurzfristig eine Rolle herein kam. Genau die Frage stellt er auch der Gründerin – die sich herausredet, dann würde ihre Partnerin den Job im Startup übernehmen. Wenig überzeugend, wie Maschmeyer findet: “Das gefällt mir als Investor nicht so gut”, sagt er und ist raus.

Als letzte bleibt Judith Williams übrig. Hoffnungsvoll schauen die beiden jungen Frauen sie an, bis sie sagt: “Wie erklär ich denen, dass es das schon gibt”, setzt sie an. Bei Sport-BHs sind Taschen schon lange nichts neues mehr, sie ist raus. Jetzt bleibt Paula Essam zumindest Zeit für ihre Schauspielkarriere.

Bei der Bewertung im Kapitalismus angekommen

Der Atem stockt den Investoren bei Claudiu Leverenz und Konstantin Madaus. Letzterer setzt sich in einen Rollstuhl und steuert ihn durch kleinste Kopfbewegungen. “Munevo” ist der Name ihres Startups, das Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen helfen soll, mobil zu bleiben. Die beiden haben ein System erfunden, mit der mittels einer Datenbrille Rollstühle gesteuert werden können.

Die Löwen sind ergriffen, bleiben aber trotzdem Geschäftsleute. “Spätestens bei der Aufrufung eurer Bewertung sind wir im Kapitalismus angekommen”, sagt Kofler. Die beiden wollen 800.000 Euro für zehn Prozent – haben bisher aber nur zehn Exemplare verkauft. Kein Wunder, das System kostet 11.000 Euro.

“Ohne Frage, ihr seid ein Gänsehaut-Startup”, sagt Judith Williams. Einsteigen will sie aber nicht. Genauso wie alle anderen, die ablehnen, während die Gesichter von Leverenz und Madaus immer angespannter schauen. Doch gerade, als sie zur Tür hinaus wollen, stürzt ihnen Carsten Maschmeyer hinterher. Er verabredet sich mit ihnen in München: “Ich helf’ euch auf andere Weise”, sagt er. Manchmal sind andere Dinge eben wichtiger als der Kapitalismus.

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