Wie NKOTB-Star Jonathan Knight: Diesen Boyband-Stars wurde ihr Coming-out verboten

Der Sänger ist kein Einzelfall

Wie NKOTB-Star Jonathan Knight: Diesen Boyband-Stars wurde ihr Coming-out verboten

„New Kids on the Block“-Sänger Jonathan Knight (54) erzählte in einem Podcast, dass er zu Erfolgszeiten der Band gezwungen wurde, seine Homosexualität zu verbergen. Damit ist er kein Einzelfall. So wie ihm erging es auch anderen Boyband-Mitgliedern, wie wir hier zeigen.

Jonathan Knight: „Es war einfach so viel Druck“

Die Boyband „New Kids On The Block“ verdrehte mit ihren Hits „Hangin’ Tough“ und „Step by Step“ in den 80ern zahlreichen Mädels den Kopf. Doch nicht alle Bandmitglieder standen auch auf das weibliche Geschlecht. Sänger Jonathan Knight outete sich viele Jahre nach dem Boyband-Ende als schwul, heiratete 2022 seinen langjährigen Partner Harley Rodriguez.

Im Podcast „Frosted Tips“ plauderte Jonathan offen über sein schwieriges Coming-out. Der damalige Manager habe gewusst, dass er schwul gewesen sei. Aber: „Er zog mich beiseite und meinte: ‘Wenn das irgendjemand herausfindet, dann ist deine Karriere vorbei, dann ist die Karriere der New Kids vorbei’.“ Und auch Platten-Gigant Sony werde mächtig Geld verlieren. „Es war einfach so viel Druck“, erinnert sich Knight.

Damit ist er nicht allein – auch viele andere Boyband-Stars outeten sich erst nach dem Ende ihrer Boyband-Karriere.

Lance Bass von N'Sync

Lance Bass (43) ist der absolute Vorzeige-Star, wenn es um das Thema gleichgeschlechtliche Beziehung und Familienplanung geht. Seit Jahren ist der einstige N’Sync-Sänger glücklich an Ehemann Michael Turchin vergeben. Inzwischen sind die beiden dreifache Väter. Zu den Zwillingen Violet Betty und Alexander James (1) gesellte sich Ende Juli 2022 noch der kleine George (6 Monate).

Im Jahr 2006 hat sich Lance Bass öffentlich als schwul geoutet. In einem Interview mit „Gaytimes“ erklärte er Jahre später, warum er seine Homosexualität während seiner Boyband-Zeit geheim hielt: „Ich dachte, wenn ich mich geoutet hätte, wäre es mit N’Sync vorbei. Also habe ich mein Geheimnis bewahrt. Und unsere kühnsten Träume wurden wahr und wir waren so unglaublich dankbar – und ich bin es immer noch. Aber in so vielen Nächten sah ich auf der Bühne so viele junge, schwule Fans, die sich die Seele aus dem Leib sangen, und ich wollte euch so gerne sagen, dass ich ihr bin. Ich hatte damals einfach nicht die Kraft dazu.“

Dafür setzt er sich heute umso mehr für die Rechte von LGBTQ ein und wurde dafür bereits mit dem Human Rights Campaign Visibility Award ausgezeichnet.

Eloy de Jong (Caught in the Act) und Stephen Gatly (Boyzone)

Eloy de Jong (49) wurde Anfang der Neunzigerjahre als Mitglied der englisch-niederländischen Boygroup „Caught in the Act“ berühmt. 1999, ein Jahr nach der Auflösung der Band, outete er sich in der Öffentlichkeit als schwul. Doch schon bevor sich Eloy damals zusammen mit seinem damaligen Partner, dem 2009 verstorbenen Stephen Gately von der Band „Boyzone“, öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte, wusste seine Familie Bescheid.

Als er seine Gefühle mit 14 gegenüber seinen Eltern offenbarte, zeigte seine Mutter sich verständnisvoll – doch sein Vater rastete richtig aus. „Ich habe leider keine einzige Erinnerung an ihn, die sich für mich richtig gut anfühlt“, erzählt Eloy in einem neuen „Bunte“-Interview. „Mein Coming-out war ein großes Problem für ihn, er fand es schrecklich.“

Heute ist Eloy de Jong zusammen mit seinem Lebensgefährten Ibo Vater von Tochter Indy. Zusammen mit einer Mama, die sich lieber aus der Öffentlichkeit zieht, bilden sie eine wundervolle Regenbogenfamilie. Musikalisch fühlt er sich inzwischen im Schlager Zuhause.

Mark Feehily von Westlife

Mark Feehily (42) von Westlife outete sich 2005. „Ich möchte, dass die Leute die Wahrheit erfahren. Ich bin schwul und ich bin sehr stolz darauf, wer ich bin“, sagte er damals dem englischen Boulevard-Blatt „The Sun“. „Ich bin immer noch derselbe Mensch wie an dem Tag, an dem ich vorher war. Ich bin sicher, die Westlife-Fans freuen sich, dass ich glücklich bin. Ich denke nicht, dass es etwas ändert.“

Seine Bandkollegen wussten alle, dass Mark schwul ist, haben aber nie öffentlich darüber gesprochen. Erst nach einer Therapie habe Mark erkannt, dass er selbst sein „größter Feind“ bei seinem Coming-out gewesen sei. „Für mich war mein Coming-out in gewisser Weise ein Anti-Klimax, weil ich so besorgt war, was alle denken würden, und ich bekam keinerlei negative Reaktionen, allen, um die ich mir Sorgen machte, war es einfach egal. Das Wichtigste, was ich gelernt habe, war, dass es eigentlich alles in mir war“, offenbarte er 2020 der Zeitung „Irish Mirror“.

Duncan James von Blue

Duncan James (44) feierte mit der britischen Boygroup „Blue“ Anfang der 2000er internationale Erfolge. 2005 beschloss die Band schließlich eine Auszeit zu nehmen. Duncan outete sich 2009 dann zunächst als bisexuell, bevor er 2017 erklärte, schwul zu sein. Vor seinem Coming-out hatte Duncan Beziehungen mit der mittlerweile verstorbenen Fernsehmoderatorin Tara Palmer-Tomkinson (†45) und der Sängerin Geri Horner (50), besser bekannt als Geri Halliwell von den Spice Girls. Die große Liebe in James‘ Leben ist der Brasilianer Rodrigo Reis. Das Paar hat sich 2019 in Belgien kennengelernt, nachdem James dort mit seiner Boygroup aufgetreten war.

Christian Schild von voXXclub

Christian Schild (36) ist mit der Schlagerband voXXclub unterwegs. Auch er outete sich 2015 als schwul. „Ich bin schwul seitdem ich denken kann. Ich hatte mich aber ganz unbewusst meinem Umfeld angepasst, bis mir mit ca. 14 Jahren langsam bewusst wurde, dass ich auf Männer stehe“, gestand er kurz darauf in einem Interview mit dem „OK!“-Interview. Dennoch habe er Angst gehabt, dass man ihn nach seinem Coming-out nicht mehr mag. „Aber ich war und bin der Meinung, dass ich niemanden brauche, der mich nicht nimmt, wie ich bin“, so Christian Schild. Und auch zwischen seinen Bandkollegen und ihm habe sich dadurch nichts geändert: „Für die Jungs ist es das Normalste der Welt.“

Ricky Martin:"Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich ein glücklicher homosexueller Mann bin"

Heute ist Latino-Star Ricky Martin (51) mit dem syrisch-schwedischen Maler Jwan Yosef (38) verheiratet, steht offen zu seiner Homosexualität. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder: Tochter Lucía (4) und Sohn Renn (3). Doch der Weg dahin war steinig.

Mit gerade einmal zwölf Jahren hatte der Popmusiker sein Debüt in der Jugendgruppe Menudo. Seinen großen Durchbruch hatte der Sänger aber erst als Solo-Künstler. Für sein hauptsächlich weibliches Publikum galt der Popstar als „Sexsymbol“. Was damals niemand wusste: Schon als Kind fühlte er sich zum selben Geschlecht hingezogen. Mitte der 90er begann er die erste heimliche Beziehung mit einem Mann. Seine Mutter weihte er früh in seine Homosexualität ein – vor dem Rest der Welt hütete er sein Geheimnis jedoch weiterhin. Etwa zehn Jahre lang hatte er sogar eine Beziehung mit der mexikanischen TV-Moderatorin Rebecca de Alba (57).

Erst 2010 erklärte der Sänger in einem öffentlichen Statement auf seiner Website, dass er schwul sei. „Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich ein glücklicher homosexueller Mann bin“, zitiert „The Guardian“ den Beitrag. (jve)

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