Von Zicken und Trampeltieren: Jan Köppen und Sonja Zietlow im großen Dschungel-Interview

Privat ist Sonja Zietlow, 54, ihrem zweiten Ehemann, dem Autor Jens Oliver Haas, 55, seit 20 Jahren treu. Im Job hingegen muss sie sich gerade auf einen neuen Partner einstellen: Bei der 16. Staffel der RTL-Realityshow "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" sitzt nun Jan Köppen, 39, als Co-Moderator an ihrer Seite – als Nachfolger für Daniel Hartwich, der vor zehn Jahren den verstorbenen Dirk Bach ersetzt hatte.

Für Köppen, seit 2016 unter anderem Moderator von "Ninja Warrior Germany", ist der Dschungel-Job ein Ritterschlag. Am Freitag, 13. Januar, um 21.30 Uhr wird er die Zuschauer gemeinsam mit Sonja Zietlow aus Australien begrüßen. Wie gut das neue Moderatoren-Paar zusammenpasst, zeigt sich schon beim Doppel-Interview, in dem die beiden sich sehr entspannt gegenseitig die Bälle zuspielen.

GALA: Sie haben sich erst beim Dreh des Dschungelcamp-Trailers kennengelernt. Wie war so der erste Eindruck vom anderen?

Sonja Zietlow: Beim Jan weiß jeder: Der ist nett. Bei mir hingegen denken alle: Die ist zickig und arrogant. Also Jan – sei ehrlich!

Jan Köppen: Das kann ich überhaupt nicht bestätigen.

Zietlow: Puh! Ich glaube nämlich wirklich, dass ich ein sehr guter Teamplayer bin.

Köppen: Und genau deswegen mache ich mir um uns beide auch keine Gedanken. Für mich ist es einfach eine große Ehre, jetzt an Sonjas Seite zu sein. 

Dschungelcamp-Teilnehmerin Cecilia Asoro Damit treibt sie das australische Hotelpersonal in den Wahnsinn

Aber den berühmten "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"-Schrei haben Sie sicherlich schon geprobt.

Zietlow: Und der Jan hat ein ordentliches Organ, halleluja!

Köppen: Auf der Hängebrücke könnte sich etwas Angst in meine Stimme mischen. Höhe ist nicht so meins. (lacht)

Sonja, worauf muss der Newcomer Jan noch achten?

Zietlow: Immer auf den Wegen bleiben und schön auftrampeln – das verscheucht die Schlangen.

Stimmt es, dass Sie bereits vor Jan wussten, dass er den Job hat?

Zietlow: Ich war mir schon sehr sicher, dass er es wird. Jan ist einfach eine Bank, und in Australien gibt’s auch keine Zeit für große Experimente. Auch wenn ich eine andere Farbe charmant gefunden hätte.

Ist Jan zu lieb?

Zietlow: Nee, ich hätte mir zum Beispiel einen Typ Professor wie Wigald Boning gut vorstellen können.

Köppen: Das habe ich mir auch gedacht, um nach Daniel Hartwich einen größeren Bruch zu haben. Deswegen habe ich lange nicht damit gerechnet, gefragt zu werden.

Als es dann so weit war – haben Sie sofort zugesagt?

Köppen: Mein erster Gedanke war: "Ach, du Sch …, sie haben mich wirklich gefragt!" Ich habe es kurz sacken lassen. Dann war aber schnell klar: Natürlich mache ich das.

Schon bei "Let’s Dance" haben Sie Daniel Hartwich vertreten. Hat er Ihnen jetzt gratuliert?

Köppen: Daniel lebt ja sehr zurückgezogen. Er hat mir aber geschrieben, dass ich es genießen soll.

Macht es Ihnen Muffensausen, Moderator der größten Reality-Show des Landes zu sein?

Köppen: Natürlich ist da ein gewisser Druck. Ich bin jetzt aber schon lang im Geschäft und versuche mich davon freizumachen. Natürlich wird es Kritik geben – auf die im Netz sollte man aber nicht viel geben. Da wird man nur unglücklich.

Sonja, Sie verzichten ganz auf Social-Medial-Kanäle.

Zietlow: Weil heute jeder zu allem seinen Senf dazugibt. Dem will ich mich nicht aussetzen. Ich lese auch keine Mails. Wenn unter hunderten eine blöde dabei ist, bleibt die mir im Kopf, und ich kann nichts dagegen tun.

Mittlerweile lassen Sie ja sogar den Fernseher aus. Warum?

Zietlow: Corona, Krieg, Krise – das ist mir alles zu viel. Vor allem mit dem Hass, den manche Medien schüren, komme ich nicht klar. Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. 

"Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" Der Dschungel 2023 ist voll! RTL gibt alle Kandidaten bekannt

Zurück zum Dschungel: Was ist Ihr wichtigster Ratschlag?

Zietlow: Immer authentisch bleiben. Jan ist kein Typ, der draufhaut.

Köppen: Das will ich auch nicht. Ich will nicht die Notlage eines Menschen aufgrund seines Schicksals verhohnepipeln.

Nervt Sie Ihr Image des "lieben Jan" manchmal?

Köppen: Am Anfang meiner Karriere sagte mir ein Kollege: "Das wird nix, du bist zu nett." Heute ist der Kollege nicht mehr im Geschäft. Dennoch gab es Phasen, in denen ich gehadert habe. Doch wenn ich dann mal draufgehauen habe, fühlte sich das falsch an. Man muss einfach so sein, wie man ist. 

Sind Sie denn Frühaufsteher? In Australien müssen Sie wegen der Zeitverschiebung schon frühmorgens in Top-Form sein.

Köppen: Ich bin Nachtmensch und gerne länger wach, daher wird der Rhythmus interessant. (lacht)

Zietlow: Da kann ich nur meinen Tageslichtwecker empfehlen. Und ich mache nach dem Aufstehen gegen 0.30 Uhr immer etwas Sport, meist auf dem Ergometer. Wenn ich dann gut gelaunt ans Set komme, denken viele: Ach, das verrückte Eichhörnchen.

Wie sieht für Sie der weitere Tagesverlauf aus?

Zietlow: Bei unserer Probe um fünf Uhr erwacht der Dschungel. Nach der Sendung um viertel nach neun geht’s dann zum Mittagessen, es fühlt sich aber schon wie Abendessen an. (lacht) Und gegen 16 Uhr gehe ich ins Bett.

Ihr Ehemann ist wieder als Autor dabei. Was machen Sie, wenn Ihnen ein Gag nicht gefällt?

Zietlow: Das ist nicht einfach. Mein Mann nimmt das schon persönlich, gibt sich aber professionell. Abseits der Arbeit haben wir vor Ort nichts miteinander zu tun. Stattdessen habe ich meine Assistentin und eine Freundin dabei.

Warum ist Ihnen das wichtig?

Zietlow: Weil das ganze Team männlich ist – die Autoren, der Co-Moderator, der Produzent. Wenn sich etwas für mich nicht richtig anfühlt, ist es gut, weitere Frauenstimmen zu hören.

Vor Kurzem jährte sich der Todestag von Dirk Bach, Ihrem ersten Dschungelkamp-Kollegen, zum zehnten Mal. Wie denken Sie an ihn zurück?

Zietlow: Dirk hat einen strahlen lassen und hatte immer dieses süffisante Lächeln auf den Lippen. Der konnte die bösesten Dinge sagen, und niemand hat’s ihm übelgenommen. Und ich habe eines seiner legendären Outfits im Kopf – ein dicker, haariger Pavian. Das hat er getragen wie einen Smoking.

Vielleicht eine Inspiration für Sie, Jan?

Köppen: Wenn ich mich in so ein Teil reinquetschen würde, würden alle denken: Was ist denn mit dem los?! Obwohl ich auch manchmal Hemden trage, die eine Mischung aus denen von Jürgen von der Lippe und den Flippers sind.

Was hat Dirk Bach abseits der schrillen Klamotten so besonders gemacht?

Zietlow: Mit ihm fühlte es sich wie Familie an. Vor der ersten Show hat er allen immer ein kleines Geschenk gemacht. Der Teamgedanke war ihm wichtig. Zur ersten Staffel brachte er seinen Mann, Manager, seine Autorin und zwei Freunde mit. Das hat er gebraucht, um sich wohlzufühlen.

Nach Dirk Bach und dem Ausstieg von Daniel Hartwich müssen Sie sich jetzt auf den dritten Kerl einstellen. Haben Sie auch mal überlegt hinzuschmeißen?

Zietlow: Überhaupt nicht! Der Dschungel ist mein Baby, das lasse ich nicht allein. Und falls man mich irgendwann loswerden will, kette ich mich fest! (lacht)

Es ist jetzt Ihre 16. Staffel. Wollen Sie die 20 vollmachen?

Zietlow: Darüber denke ich nicht nach. Es fühlt sich immer noch richtig an. Schauen wir mal, ob das nach der neuen Staffel immer noch so ist. (guckt Köppen an und lacht)

Bei Daniel Hartwichs Abschied hatten Sie Tränen in den Augen. Haben Sie noch Kontakt?

Zietlow: Ab und zu schreiben wir uns Nachrichten – zuletzt, als "Kampf der Realitystars" den Fernsehpreis gewann und wir leer ausgingen. (lacht)

Jan, wenn Sie als Neuling einen Wunsch frei hätten: Wer wäre Ihr Traum-Camper?

Köppen: Mark Keller – der macht so absurde Tanz-Videos mit seinen Söhnen. Am spannendsten aber wäre Kai Pflaume! Der ist immer so lieb und nett. Ich würde gerne wissen, was passiert, wenn man ihn einer solchen Situation aussetzt.

Sonja, haben Sie nach all den Jahren auch noch einen Wunsch-Kandidaten?

Zietlow: Ich habe immer von einem Pärchen geträumt – Thomas Helmer und Yasmina Filali wären cool gewesen. Dafür ist es jetzt leider zu spät. Mittlerweile kenne ich die meisten Camper gar nicht mehr. Das ist aber gut, weil ich so völlig unvoreingenommen bin.

Welcher Camper hat Sie bisher am meisten überrascht?

Zietlow: Ich war ein großer Fan von Micaela Schäfer. Alle haben nur auf ihr Zahnseiden-Outfit geschaut, ich habe sie aber als sehr eloquente, freundliche und teamfähige Person kennengelernt. 

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel