Von der Mätresse zur beliebten Royal: "Es war nicht einfach", sagt Camilla heute

  • Sie wurde einst gehasst und verspottet. Doch mit 75 hat Camilla, Herzogin von Cornwall, den Ruf der Ehebrecherin überwunden.
  • „Es war nicht einfach“, sagte sie kürzlich der Vogue, bevor sie ihren Geburtstag im kleinen Kreis feiert.

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„Rottweiler“, „Pferd“ und „royale Schlaftablette“ – Camilla, Herzogin von Cornwall, die am 17. Juli ihren 75. Geburtstag feiert, musste schon viele Schmähungen über sich ergehen lassen.

Die Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles (73) galt lange als Persona non grata in der britischen Öffentlichkeit. Sie hatte sich, so fanden viele, in die Beziehung zwischen Queen-Sohn Charles und der als Königin der Herzen verehrten Prinzessin Diana gedrängt. Doch Zeit heilt alle Wunden. Inzwischen ist sie ein respektiertes Mitglied der britischen Königsfamilie.

„Es war nicht einfach“, sagte Camilla kürzlich der „Vogue“ über die Phase, als sie und ihre Beziehung mit Charles im Fokus der Boulevard-Berichterstattung standen. „Ich wurde so lange Zeit auf Schritt und Tritt beobachtet, dass man einen Weg finden musste, damit zu leben“, erzählte sie dem britischen Modemagazin. „Ich stehe auf eine Weise darüber und mache einfach mein Ding“, so die Herzogin von Cornwall weiter.

Menschen, die ihr persönlich begegneten, berichten von einer äußerst gewitzten und charmanten Person, die obschon deutlich der britischen Oberklasse zugehörig eine sehr nahbare Art haben soll. Das soll auch Prinz Charles an ihr schätzen.

Camilla ist beliebter als Harry und Meghan

40 Prozent der Briten geben inzwischen an, Camilla zu mögen. Nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) mag sie nicht, wie aus Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Yougov hervorgeht. Im Ranking der beliebtesten lebenden Royals liegt sie auf Platz sieben. Hinter der Queen, deren Enkel William und Ehefrau Kate, sowie Queen-Tochter Prinzessin Anne, deren Tochter Zara Tindall und Prinz Charles – aber vor Prinz Harry und dessen Frau Herzogin Meghan.

Anerkennung erhält sie inzwischen auch von Queen Elizabeth II. (96) – die teilte vor einigen Monaten ihren Wunsch mit, nach ihrem Tod solle Camilla den Titel „Queen Consort“ tragen. Ein Titel, den zuletzt die Mutter Elizabeths, die vor 20 Jahren gestorbene Queen Mum, getragen hatte. Der im vergangenen Jahr im Alter von 99 Jahren gestorbene Mann der britischen Königin, Philip, war zeitlebens ein „Prince Consort“ geblieben – und kein „King“ geworden.

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Abzusehen war diese Rolle der Herzogin nicht. Geboren wurde sie als Camilla Rosemary Shand 1947 in London als Tochter eines wohlhabenden früheren Offiziers und Geschäftsmanns. Sie ging zeitweise auf ein Mädchenpensionat in der Schweiz und studierte französische Literatur in Paris.

Doch schon eine Vorfahrin Camillas, Alice Keppel, hatte als Geliebte des früheren britischen Königs Edward VII. am Hof Ansehen und Einfluss erlangt. Die Legende besagt, Camilla habe den schüchternen Prinz Charles zu Beginn der 1970er Jahre am Rande eines Polo-Turniers mit den Worten angesprochen: „Wissen Sie, Sir, meine Urgroßmutter war die Mätresse Ihres Ur-Urgroßvaters. Also, wie wär’s?“

Ob es sich genauso zugetragen hat, sei zu bezweifeln, berichtete der „Telegraph“ im vergangenen Jahr unter Berufung auf den Biografen des Paares, Gyles Brandreth. Doch die Anziehungskraft zwischen den beiden sei „unmittelbar, gegenseitig und leidenschaftlich“ gewesen, zitierte das Blatt Brandreth. In einem abgehörten Gespräch zwischen den beiden soll Charles später sogar den Wunsch geäußert haben, sich in einen ihrer Tampons zu verwandeln.

Herzogin Camilla heiratete erst Andrew Parker Bowles

Trotz der Beziehung zu Charles heiratete Camilla 1973 zunächst den Offizier Andrew Parker Bowles. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Tom (47) und Laura (44). Camilla ist inzwischen längst Großmutter und hat ein inniges Verhältnis mit ihren Enkeln, wie sie der „Vogue“ verriet.

Doch das Verhältnis zwischen Camilla und Charles nahm einige Jahre nach ihrer Hochzeit wieder Fahrt auf. Die beiden trafen sich auch, nachdem der Prince of Wales 1981 die damals erst 20 Jahre alte Diana Spencer geheiratet hatte. Die britische Öffentlichkeit war entsetzt, als herauskam, dass Charles die hübsche und äußerst beliebte Diana mit der als burschikos geltenden Camilla betrog.

Es blieb ein offenes Geheimnis, bis Diana in einem berüchtigten Fernsehinterview 1995 in die Kamera sagte: „Wir waren zu dritt in dieser Ehe, deswegen war es ein bisschen eng.“ Das Interview, wie sich später herausstellte, war unter dubiosen Bedingungen zustande gekommen. BBC-Reporter Martin Bashir hatte dem Bruder Dianas, Charles Spencer, gefälschte Kontoauszüge vorgelegt, die beweisen sollten, dass Diana von Menschen in ihrem Umfeld bespitzelt wird. Doch an der Wahrheit ihrer Äußerungen bezüglich Camilla zweifelte niemand.

Herzogin Camilla posiert für Magazincover – von Kate fotografiert

Einfach, nie extravagant – und doch besonders

Für die Ehe von Charles und Diana wurde der öffentliche Tabubruch zum Auslöser für die Scheidung, die im Jahr darauf erfolgte. Auch Camillas Ehe war inzwischen in die Brüche gegangen. Nach dem Unfalltod Dianas im Sommer 1997 schien einer öffentlich gelebten Beziehung zwischen Charles und Camilla nichts mehr im Wege zu stehen. Doch sie überstürzte nichts.

Als die beiden schließlich 2005 in einer bescheidenen Zeremonie in Windsor heirateten, hatte sich die Öffentlichkeit bereits weitgehend mit ihnen ausgesöhnt. Inzwischen vertreten sie immer häufiger die Queen bei öffentlichen Aufgaben. Erst im Mai eröffnete Charles erstmals das Parlament anstelle seiner Mutter. Camilla begleitete ihn dabei. Sie hat längst ihren Platz im Königshaus gefunden. Unter anderem engagiert sie sich für Frauen, die Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt geworden sind, und betreibt einen Online-Buch-Club.

Dass Camilla für die „Vogue“ fotografiert wurde, dürfte der für ihren Kleidungsstil oft Geschmähten gut getan haben. Camilla ist nie extravagant, strahlt stets eine gewisse Einfachheit aus. Ihren Geburtstag will sie nur im kleinen Kreis begehen. „Es wird keine große Feier geben“, sagte sie der Zeitschrift. Das ist womöglich ihr Geheimnis. (dpa/af)

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