"Tatort"-Star versteht die Sorgen einiger Corona-Demonstranten

Schauspieler Jan Josef Liefers mahnt vor den möglichen Folgen der Corona-Krise. Durch die Corona-Demos in Berlin fühlt er sich nicht nur an das Wendejahr 1989 erinnert, er bringt auch Verständnis für den Protest auf.

Doch trotz der berechtigten Kritik an den “Hygiene-Demos” will Liefers “zwischen Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen” auch Menschen erkannt haben, die lediglich Angst um ihre Existenz hätten. Liefers fragte in die Runde: “Was passiert, wenn Bürger den Eindruck bekommen, die Maßnahmen würden einen größeren Schaden anrichten als das Virus selbst?” Auf die Tatsache, dass diese Menschen neben Rechtsradikalen mitmaschieren, wurde der Schauspieler offenbar nicht angesprochen.

“In meinem Freundeskreis wird keiner radikal”

Der Künstler erzählte von einem Konzert am Wochenende auf der Seebühne in Dresden, bei dem ihm ein Crew-Mitglied erzählte, dass er zwar wisse, was er gegen das Virus tue, aber nicht, wie er sich gegen eine Maßnahme zur Wehr setze, die seine Existenz angreift.

Es sei allerdings eine Charakterfrage, findet Liefers, ob der persönliche wirtschaftliche Niedergang und existenzbedrohende Finanznöte in die politische Radikalität führe. “In meinem Freundeskreis wird keiner radikal, weil er nicht weiß, wie er seine Miete bezahlen soll – aber traurig. Und ratlos. Das sollte niemand sein in diesem Land”, so Liefers weiter.

Werden Menschen in Deutschland bevormundet?

Liefers kritisierte die Art der derzeitigen politischen Kommunikation und die Gefahr einer Bevormundung. Er führte als Beispiel seine 76-jährige Mutter an: “Sie hat für sich entschieden – eine erwachsene Frau im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte – das Risiko zu tragen, ihre Enkel zu sehen.” Es würde ihnen auf den Magen schlagen, wenn jetzt jemand käme und ihr das verbieten würde. Liefers eindringlicher Appell: “Irgendwann müssen wir den Menschen die Verantwortung zurückgeben.”

Doch ein solches Verbot existiert derzeit gar nicht in Deutschland – Besuchseinschränkungen wurden auch deshalb umgesetzt, damit andere Menschen in Alters- und Pflegeheimen geschützt werden können. Auch Liefers betonte, dass die westliche Gesellschaft gut mit Risiken umgehen könne – doch mit der “Angst” sei das nicht so. Sein Appell: “Wir müssen aufhören, Angst zu machen.” Was er damit genau meinte, bleibt unklar. Der Fernsehstar meint, die Regierung müsse alles tun, um “die Angst aus dem Alltag” zu nehmen “und zu einem vernünftigen Risikomanagement zu kommen”.

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Grundgesetz und Freiheit seien nicht dem Infektionsschutz unterzuordnen. So betont es auch immer wieder die Regierung, zuletzt nannte Angela Merkel die Corona-Situation vergangene Woche eine “demokratische Zumutung”. Liefers erwähnte dann noch, ihm würde oft der Blick auf die junge Generation fehlen. Am Ende sei es die Frage, “wie wir alle leben wollen”, so der 56-Jährige.

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