So feiert der Tenor Weihnachten

Der italienische Startenor Andrea Bocelli (64) ist ein Familienmensch – auch was die Arbeit angeht. So holte er sich für sein Weihnachtsalbum "A Family Christmas", das bereits Ende Oktober erschienen ist, Sohn Matteo (24) und seine Tochter Virginia (10) ins Tonstudio. Mit der Nachrichtenagentur spot on news haben die drei in einem gemeinsamen Interview über Weihnachtstraditionen, Zukunftspläne und Erwartungsdruck gesprochen.

Sie haben das Weihnachtsalbum „A Family Christmas“ zusammen mit Ihren Kindern Matteo und Virginia veröffentlicht. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Andrea Bocelli: Die ursprüngliche Idee, ein neues Weihnachtsalbum mit der Familie zu machen, kam vom Label. Es war zu der Zeit, als das zehnte Weltfamilientreffen in Rom stattfand. Ich dachte an die Worte, die Papst Franziskus (86) bei dieser Gelegenheit sprach und wir nahmen die Herausforderung an, ein echtes musikalisches Projekt zu schaffen, das von einer Familie für andere Familien anlässlich des heiligen Weihnachtsfests konzipiert wurde.

Ich liebe weihnachtliche Musik gerade wegen der besonderen Komponente, die sie auszeichnet. Nämlich ihre Fähigkeit, Gutes zu vermitteln, uns an die Kraft der Hoffnung, der Liebe und des Guten zu erinnern.

Wie war es für Ihre Kinder, mit Ihnen im Studio zu sein?

Andrea Bocelli: Ich kann heute problemlos zu Hause aufnehmen – und so war es auch in diesem Fall. Wir haben also in einer absolut ruhigen Atmosphäre gearbeitet und unser tägliches Leben mit dem Produktionsteam geteilt. Für Matteo, aber auch für Virginia, ist es nicht das erste Mal, dass wir zusammen Musik machen. Aber ein Album zu produzieren, war in der Tat eine anspruchsvollere Erfahrung.

Es waren unvergessliche Tage und ich betrachte diese Gelegenheit als ein Geschenk, mit dem ich nicht gerechnet habe. Auch weil das gemeinsame Singen immer eine intensive Erfahrung ist, eine Begegnung der Seelen. Das gilt umso mehr, wenn man seine Stimme mit derjenigen mischt, die einem auf der Welt am meisten am Herzen liegen.

Möchte Virginia jetzt auch Sängerin werden und wenn ja, wie würden Sie, Andrea, darüber denken?

Andrea Bocelli: Virginia ist noch ein Kind. Sie liebt Musik, sie lernt Klavier, Tanz und Gymnastik. Vor Kurzem hat sie mit mir sogar vor einem großen Publikum gesungen. Aber sie ist zehn Jahre alt und für sie sind diese Aktivitäten, auch wenn sie anspruchsvoll sind, im Moment nicht mehr als ein Spiel. Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob die Musik ihr Beruf sein wird. Mein größter Wunsch ist es, dass Virginia eines Tages ihre eigenen Ambitionen erkennt und ihre Talente zu nutzen weiß.

Matteo, Sie sind bereits als Sänger unterwegs. Werden Sie oft mit Ihrem Vater verglichen?

Matteo Bocelli: Ich bin sehr stolz auf meine bisherige Reise. Natürlich werde ich immer mit meinem Vater verglichen. Das ist eine der größten Herausforderungen, denen ich mich seit dem Tag, an dem ich mich für eine Musikkarriere entschieden habe, gestellt habe. Der Vergleich ist mit großen Erwartungen verbunden, aber er spornt mich auch an, noch härter zu arbeiten.

Wie war es, als Kind eines so erfolgreichen Sängers aufzuwachsen und wie haben Sie Ihren eigenen Weg als Musiker gefunden?

Matteo Bocelli: Mit einem berühmten Vater aufzuwachsen, war für mich normal. Alles hat seine positiven und negativen Seiten, und ich versuche immer, das Positive zu sehen – trotz der Herausforderungen, denen man als Sohn einer Musikikone unweigerlich begegnet.

Musikalisch habe ich meine Unabhängigkeit gefunden, indem ich wahrhaftig und authentisch war. Ich habe immer versucht, echte Emotionen und Gefühle in meine Musik einfließen zu lassen, um die Menschen zu erreichen. Ich denke, das und der Glaube an sich selbst ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wie sieht ein typisches Weihnachtsfest in der Familie Bocelli aus?

Virginia Bocelli: Wie Sie sich vorstellen können, gibt es in unserer italienischen, singenden Familie viel Musik und natürlich auch viel zu essen. Mein Lieblingsdessert zu Weihnachten ist Torrone, ein Schokoladenriegel mit Haselnüssen im Inneren. Das ist so lecker. Und natürlich gehen wir immer gemeinsam zur Weihnachtsmesse. Danach geht es nach Hause, um zu sehen, welche Geschenke der Weihnachtsmann für alle gebracht hat.

Was kommt bei Ihnen an Heiligabend sonst noch auf den Tisch?

Matteo Bocelli: In Italien ist es Tradition, an Heiligabend Fisch zu essen, dazu die berühmten Tortellini en brodo [Dt. Tortellini in Brühe, Red.] und zum Nachtisch natürlich Panettone, eine Art süßes Brot. Ich liebe das alles.

Welche Weihnachtstraditionen dürfen bei Ihnen zu Hause nicht fehlen?

Andrea Bocelli: Am Weihnachtsabend folgen wir keinen besonderen Traditionen. Der 25. Dezember ist wichtig, um ihn mit der Familie zu verbringen und sich gemeinsam an die tiefe spirituelle Bedeutung dieses christlichen Festes zu erinnern. Wir schmücken sowohl den Baum als auch die Krippe: Das sind Traditionen, die das Herz erwärmen und die im Hause Bocelli nicht fehlen dürfen. Wir beginnen den Tag, indem wir gemeinsam zur Heiligen Messe gehen. Wieder zu Hause angekommen, öffnen wir abwechselnd die Geschenke und warten auf das Mittagessen.

Dieses Jahr wird das erste Weihnachten ohne meine Mutter sein, die zu ihrem Mann, meinem Vater Sandro, in den Himmel gegangen ist. Wir werden uns mit viel Zuneigung und Dankbarkeit daran erinnern. Am Nachmittag erreichen wir unseren Landsitz und feiern mit unseren Verwandten weiter.

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