So dachte Prinzessin Diana später über die Hochzeit mit Charles

Die Bilder dieser royalen Hochzeit sind wohl vielen im Gedächtnis – ob man 1981 schon auf der Welt war oder nicht. Dabei stand die Ehe von Lady Diana und Prinz Charles nie unter einem guten Stern.

Menschenmassen vor dem Buckingham-Palast in London: Hunderttausende bejubelten Diana und Charles am Tag ihrer Hochzeit. (Quelle: IMAGO / United Archives International)

Schätzungsweise 750 Millionen Menschen verfolgten die Trauung von Diana und Charles am 29. Juli 1981 Zuhause vor den Bildschirmen, in London säumten Hunderttausende die Straßen, für einen guten Blick auf das Brautpaar kampierten Schaulustige an der Strecke zwischen Buckingham-Palast und der St.-Pauls-Kathedrale. Besonders entzückt zeigten sich Kommentatoren und Zuschauer von Dianas Kleid samt meterlanger Schleppe. Die Braut war damals gerade einmal 20 Jahre alt, Charles bereits 32. Diana spürte beim Gang zum Altar schon die Last, die sie fortan zu tragen hatte.

Diana und Charles frischvermählt: Das Royale Brautpaar verläst die St.-Pauls-Kathedrale in London.(Quelle: IMAGO / United Archives International)

“Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wurde”

“Ich fühlte mich wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wurde”, erinnerte sich Diana an die Erfahrung, die sich über Minuten hinzog. Das lag auch an einer Augenzeugin: Camilla Parker-Bowles, die Gast auf der Hochzeit war. Diana hatte schon damals den Eindruck, dass die Gefühle zwischen ihrem Gatten und dessen Ex-Freundin intensiver waren, als Charles zugab. Auf der Hochzeitsreise soll der Sohn von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip sogar Manschettenknöpfe mit der Gravur “C&C” getragen haben – Charles und Camilla.

Nach außen hin schien aber erst einmal alles perfekt: Zunächst erhielt die angestaubte Monarchie mit Diana eine Verjüngungskur – sie erfreute sich großer Beliebtheit innerhalb der britischen Bevölkerung. Mit der Geburt der Söhne William und Harry 1982 und 1984 schien das Glück des britischen Thronfolgerpaares komplett. Hinter den Palastmauern sah das aber offenbar ganz anders aus.

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Denn wenige Jahre später war offiziell, dass der Thronfolger sich zu Camilla stärker hingezogen fühlte als zu seiner Ehefrau. Nach der Scheidung kommentierte Diana dies in einem BBC-Interview mit dem legendären Satz: “Wir waren zu dritt in dieser Ehe, es war ein bisschen eng.” Da war die Traumehe längst gescheitert.

Nach Modernisierung der Monarchie folgte viel Kritik

Warum Charles Diana heiratete, obwohl er offensichtlich nicht verliebt war und das Paar keine gemeinsamen Interessen hatte, ist auch heute noch offen. Die Verbindung gilt als Vernunftehe, nachdem seine Beziehung zu Camilla Anfang der Siebzigerjahre im Palast auf keine Zustimmung gestoßen war. Als Tochter eines Earls hatte Diana royale Verbindungen und außerdem hatte sie keine “Vorgeschichte”, also keine Ex-Freunde, die für Tuscheleien sorgten. Er wollte das richtige tun, “für dieses Land und meine Familie”, zitieren Biografen den Thronfolger.

Die Ehekrise von Diana und Charles stürzte auch das Königshaus in eine Krise. Geheime Mitschnitte eines intimen Telefonats von Charles und Camilla, Dianas öffentliche Vorwürfe gegen ihren Mann und nicht zuletzt die als unpassend empfundene Reaktion der Queen auf den Unfalltod der “Königin der Herzen” 1997, als Elizabeth II. erst nach Tagen in den Buckingham-Palast zurückkehrte, führten zu scharfer Kritik.

9. April 2005: Charles und Camilla nach ihrem Jawort in Windsor (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)

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Charles wurde als ungeeignet für das Amt des Königs empfunden, erinnert sich Royal-Expertin Victoria Howard. “Niemand hat geglaubt, dass er einmal König wird.” Vielmehr wurden Forderungen laut, Charles solle zugunsten von Sohn William verzichten. Inzwischen ist sein Ansehen wieder gestiegen und er ist seit nun gut 16 Jahren mit seiner Camilla verheiratet. Dass Charles König wird, wenn seine Mutter stirbt, bezweifelt mittlerweile kaum noch jemand in Großbritannien.

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