Rolling Stones triumphierten im Ernst-Happel-Stadion in Wien

Am Freitag zeigten die Rolling Stones im Ernst-Happel-Stadion Wien mitihrem vielleicht bisher besten Konzert in dieser Stadt, dass sie esimmer noch drauf haben.

Vor mehr als 50.000 enthusiastischen Fans – kolportiert wurdensogar 56.000 – präsentierten sich Mick Jagger und Co. als perfekteingespielte, energiegeladene Band, die ihrem Status als Rocklegendegerecht wurde. Es war ein zweistündiger Triumphzug bis zum letzten Tonvon „Satisfaction“.

Einheizer Bilderbuch im Ernst-Happel-Stadion Wien

Bilderbuch machten im Ernst-Happel-Stadion als Einheizer trotz miesemSound einen guten Eindruck, ließen die Gitarren ordentlich aufjaulen undkonnten mit dem verspielten „Spliff“ oder dem treibenden „Maschin“ dieBesucher zu großen Teilen mitreißen. Sänger und Gitarrist Maurice Ernstgab einen soliden Frontman ab, der abseits des Stammpublikums bzw. voreiner so großen Menge zu bestehen wusste. Hut ab!

Rolling Stones zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen in Wien

Gekommen waren Jung und Alt natürlich wegen der Stones, die nach einem mit Standing Ovations bedachten Charlie-Watts-Tribut auf der Videowall mit „Street Fighting Man“ loslegten und all jene eines Besseren belehrten, die vor dem Gastspiel über einen „Altherrenabend“ gewitzelt hatten. Jagger, Keith Richards und Ron Wood zeigten mit 78 bzw. 75 Jahren keinerlei Ermüdungserscheinungen, im Gegenteil, bei so viel Kraft wie auf dieser „Sixty Tour“ sollte man nicht mit einem „möglicherweise letzten Mal“ spekulieren.

© APA/HANS KLAUS TECHT

Rolling Stones spielten ihre großen Hits im Ernst-Happel-Stadion

Selbstverständlich brachten die Stones ihre großen Hits mit – von „Let’s Spend The Night Together“ und „Tumbling Dice“ am Anfang über das unvermeidliche „Miss You“ in der Mitte bis zu „Start Me Up“ und „Jumpin‘ Jack Flash“ gegen Ende, gebettet in einen für das Ernst-Happel-Stadion, den Alptraum jedes Tonmischers, beinahe klaren Sound. Das Bob-Dylan-Cover „Like A Rolling Stone“ war die Überraschung in der Setlist, die Ballade „Wild Horses“ wurde als Fanwunsch dargeboten.

Mick Jagger war im Schweizerhaus Wien

„Last night I was at the Schweizerhaus“, berichteteJagger. Er habe Stelze gegessen und am Heimweg sei er auch noch „at theWürstelstand“ gestoppt. „Meine Diet ist kaputt“, grinste der Sänger undtänzelte dennoch in Topverfassung, körperlich wie stimmlich, permanentüber die Laufstege. Eine Pause war ihm nur bei einerDoppel-Gesangseinlage („Slipping Away“, „Happy“) von Keith Richards, vonJagger als „my Haberer“ vorgestellt, vergönnt.
Apropos Richards:Zusammen mit Wood (Jagger: „the Picasso of the Prater“) entfesselte erein im positiven Sinne durch Mark und Bein fahrendes Gitarrengewitter,herausragend die Soli in „Sympathy For The Devil“ und „MidnightRambler“, letztes düster, böse und aggressiv inszeniert. Welchen DriveDrummer Steve Jordan, der den Platz von Watts eingenommen hat, in dieGruppe brachte und wie kongenial er mit Bassist Darry Jones dieRhythmusmaschine bildet, zeigte sich u.a. bei „Paint It Black“ – bessergeht’s nicht.

Musikalisches Spektakel der Stones in Wien

Die Zugaben eröffneten die Stones mit „You Can’tAlways Get What Want“, begleitet von einem Kinderchor aus der Ukraine.Und dann eben „Satisfaction“ – zufriedene, grinsende Gesichter sah manauf und vor der Bühne. Es war ein musikalisches Spektakel, das keinePyros und sonstige Gimmicks braucht, das von den Songs und derPerformance lebte, eben Rock and Roll in all seinen Facetten. TheRolling Stones sind mit 60 die in den Jungbrunnen gefallenen Meister indiesem Metier.

(APA/Red)

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel