Prinz Philips Beerdigung im Live-Ticker: Darum sitzt die Queen allein

  • Der Duke of Edinburgh, Prinz Philip, wird am heutigen Samstag, 17. April 2021, auf Schloss Windsor beerdigt.
  • Auf ausdrücklichen Wunsch von Prinz Philip ist es kein Staatsbegräbnis.
  • Die Beisetzung wird live im TV übertragen und wir begleiten die Beerdigung im Live-Ticker.

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14:50 Uhr: In etwa einer Stunde beginnt die Zeremonie zu Prinz Philips Beerdigung. Momentan marschieren Militärparaden rund um Schloss Windsor.

Auf Wunsch von Prinz Philip kein Staatsbegräbnis

Prinz Philip, der Ehemann von Königin Elizabeth II., wird am Samstagnachmittag (ab 15:40 Uhr MESZ) in einer Zeremonie auf dem königlichen Schloss Windsor nahe London beigesetzt. Er war am 9. April im Alter von 99 Jahren gestorben.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Duke of Edinburgh handelt es sich nicht um ein Staatsbegräbnis. Der Sarg wird um 15:40 Uhr aus dem Schloss getragen, daraufhin setzt sich der Zug zur Kapelle St. George’s in Bewegung.

Vertreter verschiedener Militärformationen säumen den Weg, und Salutschüsse werden abgefeuert. Bei Ankunft am Hufeisenkloster wird die Nationalhymne gespielt, bevor um 16 Uhr eine nationale Schweigeminute ansteht. Der Gottesdienst soll rund 50 Minuten dauern.

Kurz vor der Beerdigung hat die Queen einen intimen Einblick in ihr Privatleben gegeben und auf Instagram einen privaten Schnappschuss geteilt. Bei der Trauerfeier sollen Motive aus der Seefahrt dominieren. Unter anderem wird “Eternal Father, Strong to Save” gespielt, wie der Buckingham-Palast in der Nacht zum Samstag mitteilte. Das Lied gilt als Hymne der Royal Navy, in der Philip während des Zweiten Weltkriegs diente und der er stets verbunden blieb. Das Lied wurde auch auf der Beerdigung seines Onkel Louis Mountbatten gespielt, der 1979 von der Terrorgruppe IRA getötet wurde. Philip hat die Musik noch zu Lebzeiten selbst gewählt – zudem verfügte er, dass es keine Predigt geben solle.

In seinen Fürbitten wird der Dekan von Windsor Philips “Freundlichkeit, Humor und Menschlichkeit”, würdigen, wie vorab mitgeteilt wurde. “Mit dankbaren Herzen erinnern wir uns an die vielen Arten, in denen sein langes Leben ein Segen für uns war”, wird der Dekan demnach sagen. “Seine unerschütterliche Loyalität zu unserer Königin, sein Dienst an der Nation und am Commonwealth, sein Mut, seine Standhaftigkeit und sein Glaube haben uns inspiriert.”

Der Zeitplan für die Trauerzeremonie – um 15:44 Uhr kommt die Queen

  • 15.20 Uhr: Die Trauergäste, die nicht an der Prozession hinter dem Sarg teilnehmen, treffen an der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor ein. Dazu zählen unter anderem die Ehefrauen von Thronfolger Prinz Charles und dessen Sohn Prinz William, Herzogin Camilla und Herzogin Kate.
  • 15.27 Uhr: Der Leichenwagen, ein von Philip selbst mit designter Landrover, fährt vor.
  • 15.38 Uhr: Der Sarg wird von Mitgliedern der Gardedivision Grenadier Guards, einem Leibregiment der Königin, hochgehoben.
  • 15.41 Uhr: Der Sarg wird aus dem Schloss getragen, die Teilnehmer des Trauermarsches, darunter Prinz Charles und seine Söhne Prinz William und Prinz Harry, folgen. Der Sarg wird auf den Landrover gehoben.
  • 15.44 Uhr: Königin Elizabeth II. verlässt das Schloss und steigt in ihre Staatslimousine, die dann dem Trauermarsch folgt. Die Nationalhymne erklingt.
  • 15.45 Uhr: Der Trauermarsch setzt sich in Bewegung. Er dauert acht Minuten, in jeder Minute werden Salutschüsse abgefeuert.
  • 15.53 Uhr: Der Sarg erreicht das Hufeisenkloster, erneut wird die Nationalhymne gespielt.
  • 16.00 Uhr: Die Sargträger pausieren für eine nationale Schweigeminute an der Pforte der Kapelle.
  • 16.01 Uhr: Der Erzbischof von Canterbury und der Dekan von Windsor nehmen den Sarg in Empfang, die Trauergäste nehmen ihre Plätze ein. Wegen der Corona-Bestimmungen müssen sie Masken tragen und Abstand halten, die Queen wird alleine sitzen. Der Gottesdienst dauert 50 Minuten. Schließlich wird Philip in der königlichen Gruft beigesetzt.

Nur 30 Gäste der Trauerfeier von Prinz Philip

So läuft die Trauerfeier für Prinz Philip ab

TRAUERZUG: Außer der Queen folgen nur zehn enge Verwandte dem Sarg. In der ersten Reihe gehen die beiden ältesten Kinder des Königspaares, Thronfolger Prinz Charles und Prinzessin Anne. Ihnen folgen ihre jüngeren Geschwister, die Prinzen Andrew und Edward.

Dahinter gehen Philips Enkel William und Harry – aber nicht alleine. Zwischen ihnen wird Peter Phillips seinen Platz einnehmen, ihr Cousin und Sohn von Prinzessin Anne. Dann folgen Annes Ehemann Sir Timothy Laurence sowie David Armstrong-Jones, Earl of Snowdon und Sohn der gestorbenen Queen-Schwester Margaret. Den Schluss bildet die Queen in ihrer Staatslimousine.

Für Aufregung sorgt vor allem die Anordnung von William und Harry. Damit, so spekulierten Medien, will die Königin sichtbare Spannungen zwischen den Brüdern vermeiden. Deren Beziehung hatte zuletzt stark unter dem Umzug von Harry und dessen Frau, Herzogin Meghan, in die USA sowie Rassismus-Vorwürfen des Paares gegen den Palast gelitten.

Auch drei Deutsche darunter: Diese 30 Personen nehmen Abschied von Prinz Philip

IN DER KAPELLE: Dort sind insgesamt 30 Gäste zugelassen. Zusätzlich zu den Mitgliedern der Prozession gehören etwa Charles’ Gattin Herzogin Camilla sowie Williams Ehefrau Kate dazu. Auch die Queen-Enkelinnen Zara Tindall sowie Beatrice und Eugenie sind mit ihren Partnern dabei. Alle müssen die coronabedingten Abstandsregeln einhalten – das bedeutet, dass die Queen alleine sitzen wird.

Von der 30er-Regel nicht betroffen sind die Geistlichen – der Erzbischof von Canterbury und der Dekan von Windsor – sowie der vierköpfige Chor. Eine Hofdame, die die Queen begleitet, wird sich im Hintergrund aufhalten, ebenso wie Philips Privatsekretär Archie Miller Bakewell.

DEUTSCHE GÄSTE: Gleich drei Gäste aus Deutschland sind bei der Trauerfeier dabei. Allesamt sind sie Angehörige des Gestorbenen: Bernhard Prinz von Baden ist ein Enkel von Philips Schwester Theodora, Philipp Prinz zu Hohenlohe-Langenburg ein Enkel der Schwester Margarita. Heinrich Donatus Prinz von Hessen schließlich ist Oberhaupt des Hauses Hessen, in das Philips jüngere Schwestern Cecilia und Sophie einheirateten.

NICHT DABEI: Am auffälligsten ist die Abwesenheit von Herzogin Meghan, der Ehefrau von Philips Enkel Harry. Die Ex-Schauspielerin, die in einem TV-Interview scharfe Vorwürfe gegen den Palast erhoben hatte, hat wegen ärztlicher Bedenken um ihre Schwangerschaft auf die lange Reise verzichtet.

Ebenfalls nicht dabei sind unter anderem die zehn Urenkel des Königspaares. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fehlen ebenfalls. Premierminister Boris Johnson hatte auf einen Platz verzichtet, um einem weiteren Angehörigen die Teilnahme zu ermöglichen.

Darum geht Herzogin Meghan angeblich nicht auf Prinz Philips Beerdigung

Kleidung, Kapelle und Grab

KLEIDUNG: Die Königliche Familie und ihre Gäste tragen zivile Trauerkleidung – Uniformen hat die Queen nicht zugelassen. Damit will die Monarchin womöglich vermeiden, dass Harry der einzige Royal aus dem engeren Familienkreis in Zivilkleidung gewesen wäre. Er musste seine militärischen Titel nach seinem Abschied aus dem Königshaus abgeben.

Britische Medien berichteten, dass auch der angebliche Wunsch von Queen-Sohn Prinz Andrew, in Admiralsuniform zu erscheinen, die Entscheidung der Königin beeinflusst habe. Andrew hat sich wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den US-Unternehmer Jeffrey Epstein aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Männer sollen nun einen sogenannten Morning Coat oder Cutaway tragen, das Gegenstück zum Frack, der nur für abendliche Anlässe vorgesehen ist.

LEICHENWAGEN: Am Design seines Leichenwagens hat Prinz Philip selbst mitgewirkt. Über 16 Jahre soll sich der Prinzgemahl immer wieder um die Gestaltung des Landrovers vom Typ Defender TD5 130 gekümmert haben, letzte Änderungen machte er zufolge noch 2019.

Der Wagen wurde auf Wunsch von Philip im grünen Militärdesign lackiert, außerdem entwarf er ein offenes Heck sowie Vorrichtungen, um den Sarg am Platz zu halten. Das robuste und zweckmäßige Fahrzeug mit Hochleistungsrädern und eckiger Struktur wurde 2003 im Landrover-Werk Solihull gebaut und gilt als Verkörperung der praktischen Natur des Prinzen und seiner Leidenschaft für funktionales Design und Technik.

Charles besucht Trauerstätte für Prinz Philip und kämpft mit den Tränen

KAPELLE: Schloss Windsor ist neben dem Buckingham-Palast die wichtigste Residenz der britischen Monarchie. Philips Beerdigung ist die erste hier seit 16 Jahren – damals war Sir Angus Ogilvy, Ehemann der Queen-Cousine Prinzessin Alexandra, beigesetzt worden. In der Stiftskirche St. George’s Chapel fand 2002 die Trauerfeier für Prinzessin Margaret statt, die Schwester der Queen – exakt 50 Jahre nach der Beisetzung ihres Vaters König Georg VI. an gleicher Stelle. Insgesamt liegen in der gotischen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert zehn Monarchen begraben, darunter Heinrich VIII.

GRAB: Doch die königliche Gruft in der Kirche wird nicht die letzte Ruhestätte für Prinz Philip sein. Nach dem Tod seiner Gemahlin, der Queen, werden seine sterblichen Überreste umgebettet an ihre Seite in der kleinen König-Georg-VI.-Gedenkkapelle. Dort ruhen die engsten Angehörigen der Königin: Ihr Vater Georg VI., ihre Mutter und ihre Schwester Margaret. Das Nebengebäude aus hellem Stein wurde 1969 an der Nordseite der Kapelle angebracht und der Sarg von König Georg VI. dorthin umgebettet.

Wer führt Prinz Philips Titel fort?

TITEL: Der bekannteste Titel von Prinz Philip war Herzog (Duke) von Edinburgh, zu dem ihn 1947 sein Schwiegervater ernannte. Schließlich wird der jüngste Sohn des Königspaares, Prinz Edward, den Titel erhalten – doch erst, wenn auch die Queen tot ist. Zunächst führt Thronfolger Charles den Titel in Personalunion mit seiner Bezeichnung Prinz von Wales.

Wenn Charles dann nach dem Tod seiner Mutter den Thron besteigt, kann der Titel neu vergeben werden – an Edward, wie bereits bei dessen Hochzeit 1999 angekündigt wurde. Philip war der sechste Royal, der den Titel hielt. Der erste war Prinz Friedrich Ludwig von Hannover – er erhielt den Titel 1726 von seinem Vater König Georg II. (mit dpa)

Prinz Philip ist tot: Ein Offizier und (nicht immer) Gentleman

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