Null Romantik, viele Lebensweisheiten: Filmkritik „The Secret – Das Geheimnis: Traue dich zu träumen“ mit Katie Holmes

Null Romantik, viele Lebensweisheiten: Filmkritik „The Secret – Das Geheimnis: Traue dich zu träumen“ mit Katie Holmes

Katie Holmes im Kino-Drama "The Secret"

von Mireilla Zirpins

Endlich wieder eine Kino-Hauptrolle für Katie Holmes (41). Das Familiendrama „The Secret“ von Andy Tennant („Hitch, der Date Doktor“, „Ein Schatz zum Verlieben“) kommt mit seiner positiven Durchhalte-Botschaft in der Corona-Krise zum richtigen Moment, kann aber leider trotzdem nicht überzeugen. Und das liegt nicht mal an Katie Holmes.

Laues Drama mit gut gemeinter Botschaft

Die Ex von Tom Cruise und Jamie Foxx spielt die alleinerziehende Dreifachmama Miranda ganz unprätentiös und mit Mut zur Graumäusigkeit – in der gefühlt immer gleichen Jeans, mit hängenden Mundwinkeln, aber durchaus sympathisch. Alles geht gerade schief bei der jungen Witwe, deren Mann vor fünf Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Sie jobbt hart in einem Restaurant und kann ihre Schulden doch nicht bezahlen, ihre Kids moppern nur rum, und die Beziehung mit dem etwas steifen Tucker (recht farblos Jerry O’Connell, der seine Karriere als kräftiger Vern in „Stand By Me“ begann) läuft auch etwas unrund, nicht zuletzt, weil sich Miranda nicht wohl damit fühlt, dass er auch noch ihr Boss ist.

Das allein wäre ja schon Grund für genug schlechte Laune, aber damit’s noch ein bisschen mehr Drama wird, steht eine sackteure Zahnsanierung bei Miranda an. Und dann fährt sie auch noch einem Unbekannten ins Auto. Aber wenigstens da scheint sie mal Glück im Unglück zu haben – und beim Zuschauer keimt die Hoffnung auf ein bisschen Romantik auf.

Dem anderen Fahrzeug entsteigt nämlich der sonnengegerbte Sonnyboy Bray (dauergrinsend und extrem gechillt: Josh Lucas, mit dem Katie Holmes prompt auch eine Liebelei unterstellt wurde) und der macht gar keinen Aufstand, sondern repariert Miranda kostenlos ihr Auto. Und dann auch noch das Hausdach, als es von einem Sturm davongefegt wird. Dabei gibt er in den 100 Minuten Film ungefragt mehr Durchhalte-Lebensweisheiten von sich als ein durchschnittlicher Motivationscoach in einem Wochenendseminar. Puh. Aber kein Wunder. Denn die Autorin des hier verfilmten Beststellers, Rhonda Byrne, verdient ihr Geld mit esoterisch angehauchten Selbsthilfebüchern. Motto: Du kannst alles erreichen, wenn du nur fest genug dran glaubst.

Null Romantik, viele Durchhalteparolen:

Man muss kein Chick-Lit-Experte sein, um zu ahnen, dass der schicke und tiefenentspannte Bray zu gut ist, um nicht irgendwie ein dunkles Geheimnis zu verbergen. Doch nach weitgehend ereignislosen und manchmal etwas hakeligen anderthalb Stunden ertappt sich vermutlich mancher bei dem Wunsch, das Ganze hätte doch noch ein Thriller werden und der Charmebolzen mit Professur und handwerklichem Geschick doch mehr Dreck am Stecken gehabt haben als am Ende rauskommt. Oder zumindest ein paar unanständige Vorlieben. 

Wer in unseren unsteten Zeiten auf der Suche nach einem Mindestmaß an Aufregung und maximaler Versöhnung ist oder die Bücher der Autorin mochte, wird mit „The Secret – das Geheimnis“ vielleicht glücklich. Wer unter einem Drama große Fallhöhe und tiefe Gefühle versteht, geht eher unbefriedigt nach Hause.

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