Magier Siegfried ist tot

Las-Vegas-Ikone Siegfried Fischbacher ist gestorben. Der Magier aus dem Duo “Siegfried und Roy” erlag seinem Krebsleiden. Das bestätigte sein Manager auf Anfrage von t-online.

“Er ist sanft und friedlich eingeschlafen”, erklärte seine Schwester Dolores, die in München als Nonne lebt, der “Bild”-Zeitung. Siegfried starb in seinem Zuhause “Little Bavaria”. Es sei sein Wunsch gewesen, dort zu sterben, wo er am glücklichsten war. Inmitten der Wüstenstadt hatten sich Siegfried und Roy in einem künstlich angelegten Wald ihr eigenes privates Paradies erschaffen. Dort lebten sie auch mit ihren weißen Tigern und Löwen, die ihre Shows legendär gemacht hatten.

“Little Bavaria”: Das Anwesen von Siegfried und Roy in Las Vegas. (Quelle: imago images / kolbert-press)

Eine schicksalhafte Entscheidung

Roy war der Dompteur, Siegfried der Zauberer. Schon als Junge war er fasziniert von Tricks und Illusionen, flüchtete sich so aus dem durch den Alkoholismus des Vaters schwierigen Elternhaus in seine eigene Welt. 1959 heuerte er als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff an – eine schicksalhafte Entscheidung.

Siegfried unterhielt neben seinem Job mit einem Zauberprogramm die Gäste. Auf dem Schiff heuerte bald auch Roy Horn an, sah sich Siegfrieds Programm an und fragte: “Kaninchen verschwinden zu lassen ist normal, aber kannst du auch einen Geparden verschwinden lassen?” Siegfried erwiderte: “In der Magie ist alles möglich.” Roy hatte tatsächlich ein Raubtier an Bord geschmuggelt. Nur wenige Tage später standen die beiden gemeinsam auf der Bühne des Schiffs – und Siegfried zauberte unter Jubel des Publikums mit dem Geparden.

Ein Auftritt 1966 in Monte Carlo vor Fürstin Gracia Patricia brachte dem Duo den internationalen Durchbruch. Sie spielten im Lido in Paris, in Hollywood, in Japan. Der Höhepunkt wurde ab 1989 ihr festes Engagement im neuen Mirage-Hotel in Las Vegas. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt setzte Siegried sich und seinem verstorbenen Partner ein Denkmal. Sie sehen die Szene oben im Video oder hier.

Zwischen Träumen und Tragödien

5.750 Shows absolvierten Siegfried und Roy im für sie gebauten Hoteltheater, allein die Tickets spielten Milliarden ein. Wie aus dem Ei gepellt präsentierten sich die Magier stets. Wie es hinter der Fassade aussah, drang erst nach dem Jahr 2003 etwas mehr nach außen, als der weiße Tiger Montecore Roy am Genick packte und dieser aufgrund schwerer Verletzungen nie mehr auf die Bühne zurück konnte.

Die Showzeit war damit vorbei, und Siegfried und Roy blieben anders im Gespräch. 2007 etwa erschien eine Biografie, in der die als offenes Geheimnis geltende Homosexualität der beiden bestätigt wurde. Demnach waren sie lange ein Liebespaar, ab 1998 allerdings getrennt.

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Bis zum Ende blieben Siegfried und Roy eng vereint. Fischbacher glaubte auch an ein Wiedersehen. “Roy ist jetzt drüben angekommen und bereitet dort alles für mich vor – das hat er mir so versprochen”, sagte er im vergangenen Jahr der “Bild”-Zeitung. Die Beerdigung wird laut des Managers im privaten Rahmen gehalten, eine öffentliche Gedenkfeier ist für die Zukunft geplant.

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