Joko und Klaas zollen Pflegekräfte Tribut: So wichtig kann Fernsehen sein

Was Joko und Klaas am Mittwochabend in ihrer gewonnenen Sondersendung auf ProSieben geleistet haben, hat es so im deutschen TV noch nie gegeben. Eine Pflegekraft filmte, ausgestattet mit einer Bodycam, ihren Arbeitsalltag – ungeschönt, ungeschnitten und über mehrere Stunden. Damit wurde ein absoluter Gänsehautmoment geschaffen, der lange nachhallt.

Deutschland kann stolz auf seine Pflegekräfte sein. Sie leisten eine Arbeit, die jeder von uns früher oder später in Anspruch nimmt. Die Pfleger und Pflegerinnen in Kliniken und Altersheimen können aber nicht stolz auf Deutschland sein. Schlechte Bezahlung, zu viel Arbeit und zu wenig Arbeitskräfte bringen sie ans Limit. Und das hat Konsequenzen für das gesamte Gesundheitssystem. Es bleibt kaum Zeit für Patienten, Fehler schleichen sich ein und es verkommt zur Fließbandarbeit.

Joko und Klaas zollen Pflegekräften Tribut

Mit dieser Sondersendung haben Joko und Klaas den Pflegern und Pflegerinnen eine Plattform geboten, die hoffentlich von den richtigen Menschen wahrgenommen wurde. Wie etwa von Politikern, welche die Debatte um den Pflegenotstand neu anstoßen können. Oder Krankenhausleiter, die erkennen, dass eine Gewinnoptimierung im Bereich der Krankenpflege nichts zu suchen hat. Und Menschen, die eine würdige Behandlung im Pflegefall als selbstverständlich wahrnehmen und dadurch lernen, dankbarer zu sein.

Ziel sollte es jetzt aber nicht sein, diese Sondersendung mit Preisen auszuzeichnen – was Joko und Klaas für diese Aktion definitiv verdient hätten. Pflegekräfte müssen mit mehr als “nur” Applaus gewürdigt werden. Es braucht ein vernünftiges Arbeitspensum, bessere Bezahlung und größere Anreize für mehr Nachwuchs in diesem Bereich. Sonst steuert Deutschland auf eine Katastrophe im Gesundheitswesen zu, die jeden betreffen wird.

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