Er spricht erstmals über seine geschlechtsangleichende OP

Im Interview mit "Time" spricht Elliot Page über die größte und beste, aber gleichzeitig auch erschreckendste Entscheidung seines Lebens. Der 34-Jährige, der unter dem Namen Ellen Page geboren wurde und als Frau eine Schauspielkarriere begann, ließ die Welt wissen, dass er von nun an als Elliot Page leben wird – als Mann. Was damals niemand wusste: Als Page seinen Instagram-Beitrag teilt, befindet er sich in Toronto und erholt sich bereits von seiner geschlechtsangleichenden Operation. 

Elliot Page wollte seine Karriere mehrfach beenden

Es ist ein emotionales Interview zwischen Page und der "Time"-Redakteurin Katy Steinmetz. Sie schildert, wie der Darsteller noch vor Beginn des Gesprächs anfängt zu weinen. Ist es Erleichterung? Sorge? Es scheint eine Mischung aus all den Gefühlen zu sein, mit denen Elliot Page nicht erst seit Monaten leben muss; sondern seit 34 Jahren. "Ich fühlte mich wie ein Junge", so Page. "Ich wollte ein Junge sein. Ich habe meine Mutter gefragt, ob ich das eines Tages sein darf." 

Doch bis zu diesem Tag sollten noch viele Jahre vergehen. Jahre, die Page selbst als quälend beschreibt. Mit 10 Jahren beginnt seine Karriere, er bekommt feminine Rollen, die zwar seinem Äußeren zu diesem Zeitpunkt entsprechen, mit denen er sich aber nicht identifizieren kann. "Für eine lange Zeit konnte ich nicht einmal ein Foto von mir selbst ansehen." Er habe sich in produzierten Filmen, wie im Erfolgsstreifen "Juno", nicht wiedererkannt. Elliot Page überlegt, die Karriere zu beenden. Er überlegt auch, sich mit seinem Dasein abzufinden, einfach "zu existieren". Doch die Coronavirus-Pandemie ändert alles.

Elliot Page: “Ist das Unbehagen in meinem Körper jemals verschwunden? Nein …”

Als der "Juno"-Darsteller 2014 sein Coming-Out als homosexuell verkündet, fällt bereits eine große Last ab. "Der Unterschied, wie ich mich fühlte, bevor ich mich als schwul geoutet habe und danach, war gewaltig. Aber ist das Unbehagen in meinem Körper jemals verschwunden? Nein, nein, nein, nein", so Page im Interview. Während des Lockdowns habe er sich mit diesen Gefühlen auseinandergesetzt, habe Gedanken zugelassen, die er sonst unterdrückte. Eben dieses Unbehagen führt im Dezember 2020 zu Pages größtem Schritt. Er lässt sich operieren, wird zu dem Mann, der er im Inneren immer war.

Und weiter: "Es hat mein Leben komplett verändert." Er betont, dass die Operation an sich für viele trans Personen kein Muss sei. Viele verzichten darauf. Oftmals können es sich die Menschen auch schlichtweg nicht leisten. Für ihn sei die Operation aber ausschlaggebend gewesen und noch mehr: Page beschreibt die OP als "lebensrettend". 

Page erfährt Anerkennung und Hass

Der Schritt in die Öffentlichkeit sei alles andere als leicht gewesen, auch jetzt sei der Weg noch nicht vorbei. "Was ich erhielt, war eine Menge Unterstützung und Liebe und eine massive Menge an Hass und Transphobie", reflektiert der 34-Jährige. Es sei schwierig, emotional und oftmals überwältigend.

Doch auf seinem Weg konnte sich Page immer auf einen Menschen verlassen: seine Mutter. "Sie will, dass ich so bin, wie ich bin und unterstützt mich voll und ganz." Für Elliot Page keine Selbstverständlichkeit. Seine Mutter sei die Tochter eines Pfarrers, aufgewachsen in den 50er-Jahren, geprägt von einem konservativen Weltbild. Als Page ihr vom "Time"-Interview berichtete, habe sie mit folgendem Satz reagiert: "Ich bin einfach so stolz auf meinen Sohn." Ein Satz, achte Worte. Aber mit einer Bedeutung, die für Page unbeschreiblich ist.

Verwendete Quellen: time.com

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