Das Harry-Buch ist da! – Das sind die Schock-Momente aus "Spare"

Heute ist „Spare“ erschienen. Das Buch von Prinz Harry sorgte bereits vor der Veröffentlichung für Aufsehen. RTL-Adelsexperte Michael Begasse nennt die größten Schock-Momente.

  • Eine KritikvonDennis Ebbecke

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    Das Warten hat ein Ende! Nachdem bereits in den vergangenen Tagen erste Inhalte aus Harrys Memoiren an die Öffentlichkeit gedrungen waren und weltweit für Aufsehen gesorgt hatten, ist „Spare“ am heutigen Dienstag im Handel erschienen.

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    Allein der Titel des Buches birgt jede Menge Brisanz: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist er eine Anspielung auf die Spitznamen der Prinzenbrüder: William und Harry – „the heir and the spare“ (übersetzt: „der Erbe und der Ersatz“). In Deutschland ist die Autobiografie unter dem Namen „Reserve“ („Reserve“) erschienen, in Spanien heißt das Werk „En la sombra“ („Im Schatten“).

    Intime Einblicke: „Ein schneller Ritt“

    Aus eben jenem Schatten ist der jüngste Sohn des neuen britischen Königs Charles mit der Veröffentlichung seines Buches nun endgültig hervorgetreten, wie Michael Begasse anhand einiger Beispiele belegt. Der RTL-Adelsexperte hat sich „Spare“ aufmerksam durchgelesen und für die Leserinnen und Leser vor allem die ganz privaten Geschichten des 38-Jährigen unter die Lupe genommen.

    Insbesondere die intimen Einblicke der früheren Nummer drei der britischen Thronfolge haben Begasse überrascht, wie er unserer Redaktion offenbart: „Harry spricht zum Beispiel über seine Entjungferung. Es geschah Open-air mit einer älteren Frau hinter einem Pub auf der Wiese.“ Schenkt man dem heutigen Herzog von Sussex Glauben, sei es „ein schneller Ritt“ gewesen, infolgedessen sie ihm auf den Hintern geklatscht habe. Das war’s!

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    Es sind genau diese pikanten Details, die Begasse nachdenklich stimmen: „Ich als Adelsexperte frage mich: Muss die Welt das wirklich wissen? Und müssen wir wirklich wissen, dass er – genauso wie sein Bruder William – beschnitten ist? Nein, aber jetzt weiß es die ganze Welt.“

    Und wir wissen auch, dass Alkohol und Drogen im Leben des Royals bereits sehr früh eine Rolle spielten. Begasse: „Harry beichtet in seinem Buch, dass er schon in jungen Jahren sehr viel gekifft und mit 17 zum ersten Mal gekokst hat. Bei seinen Schilderungen fällt zudem auf, dass er bei Veranstaltungen und Partys gefühlt immer ein Glas in der Hand hatte – im Übrigen sehr oft Tequila.“

    In der Netflix-Doku „Harry & Meghan“, die aktuell ähnlich hohe Wellen schlägt wie die Buch-Veröffentlichung, erklärt die Ehefrau des Prinzen, dass ihr von der Königsfamilie einst die Bitte um psychologische Betreuung verweigert wurde. „Ich wollte mir Hilfe holen, aber ich durfte nicht. Denn wie würde das aussehen für die Institution?“, sagt die zweifache Mutter. Aus Sicht von Begasse kann diese Aussage so nicht stimmen, da auch Harry sich Unterstützung holen durfte. Daraus macht er auch in „Spare“ keinen Hehl, spricht von einer Therapeutin, die er aufgesucht habe.

    Harry berichtet über Meghans Suizidgedanken: „Was wäre eigentlich, wenn ich einfach aufhöre zu atmen?“

    Ob Wahrheit oder Lüge: Meghan hätte dringend Hilfe gebraucht, wie Harry mit Verweis auf einen ganz bestimmten Moment aus der Vergangenheit zur Sprache bringt. Eine Geschichte, die niemanden kaltlässt. „Ich habe eine Gänsehaut bekommen, als ich das las“, gesteht Begasse und erläutert: „Als Meghan mit Archie schwanger war, hatte sie definitiv Selbstmordgedanken.

    Ich zitiere: ‚Was wäre eigentlich, wenn ich einfach aufhöre zu atmen?'“ Für den Adelsexperten steht fest: In diesem Moment hatte Harry ernsthafte und begründete Angst um seine Frau und sein ungeborenes Kind – ungeachtet der hormonell bedingten Ausnahmesituation, in der sich Meghan zu dieser Zeit befand.

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    von Christian Vock

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    Der frühe Tod seiner Mutter Diana, die Drogen in jungen Jahren und nicht zuletzt die Angst um seine Familie: Es gibt viele Themen, die Harry aufzuarbeiten hat. Dabei griff er in der Vergangenheit nicht nur auf therapeutische Hilfe zurück. „Spannend finde ich das Kapitel, in dem er über seine Erfahrungen mit einer Geistheilerin berichtet. Diese Frau hat ihn wiederum zu Meghan geführt.

    Für Harry spielen spirituelle Themen eine große Rolle, das wird ganz deutlich“, sagt Begasse und nennt ein erstaunliches Beispiel aus der Autobiografie: „Harry erzählt darin von einer Christbaumkugel mit dem Gesicht der Queen, die an Weihnachten 2021 vom Tannenbaum fiel und zerbrach. Das Medium, das natürlich nicht dabei war, hatte mit ihm in einer Sitzung passenderweise über Scherben gesprochen. Für ihn war das der Vorbote, dass seine Großmutter bald sterben wird.“ Am 8. September schloss Queen Elizabeth II. im Alter von 96 Jahren für immer ihre Augen.

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    Bin ich Prinz oder bin ich Enkel?

    Über seine Großmutter – sowie seinen 2021 verstorbenen Großvater Prinz Philip – verliert Harry keinerlei kritische Worte, dafür aber sehr emotionale, wie Begasse meint: „Als besonders berührend empfand ich beim Lesen die Erinnerung an seine Zeit als Jugendlicher. Harry offenbart, dass er seine Oma so gerne umarmt hätte, ehe ihm einfiel, dass er das ja gar nicht dürfe.“ Diese Rollenfrage „Bin ich Prinz oder bin ich Enkel?“ zog sich durch das Leben des heutigen Familienvaters.

    Neben den intimen, teils grenzwertigen Einblicken in sein Privatleben, hat „Spare“ eben auch jene positiven, ans Herz gehende Episoden zu bieten. So imponiert Begasse, wie „charmant“ Harry über seine Jugendfreundinnen Chelsy und Cressida spricht („ohne schmutzige Wäsche zu waschen“). Ebenso nehme man dem Prinzen die Liebe zu Afrika total ab. „Er verrät, dass er nur dort glücklich ist, sich der Erde und den Tieren verbunden fühlt. Und er sagt auch, dass er auf diesem Kontinent die Liebe zu Meghan richtig gespürt hat, weil sie in diesem Punkt genauso denkt wie er.“

    Meghan besuchte das Grab von Diana

    Vollkommen neu sei für den Adelsexperten auch die Geschichte gewesen, dass Meghan gemeinsam mit ihrem Ehemann das Grab von Diana besuchte. Harry habe in diesem Moment gefühlt, wie nah sich seine Frau und seine Mutter seien – ohne sich jemals kennengelernt zu haben. Begasses Erkenntnis: „Meghan ist die Mutter und der Herzensmensch, den er niemals hatte.“

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    Kriegsenthüllungen: Harry bringt sich und seine Familie in Gefahr

    Dennoch wirft „Spare“ Fragen auf: Warum musste der ehemalige Soldat jetzt öffentlich machen, dass er damals im Afghanistankrieg 25 Taliban-Kämpfer erschossen hatte? Warum konnte er sich den Zusatz nicht verkneifen, dass es sich für ihn in der Situation nicht um Menschen, sondern um „Schachfiguren“ handelte?

    Nach Ansicht Begasses hat sich die Gefährdungslage dadurch komplett verändert: „Meiner Meinung nach ist er mit Blick auf seine eigene und die Sicherheit seiner Familie deutlich über das Ziel hinausgeschossen.“

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      Ebenso beschäftigt den Adelsexperten die Frage, wie sich die beiden Brüder, die gemeinsam dem Sarg ihrer Mutter gefolgt waren, so weit voneinander entfernen konnten. „Harry hat seine Antwort gegeben – auch in diesem Buch. Seinen Äußerungen deuten darauf hin, dass William die Rolle als Thronfolger immer ausgespielt und seinen jüngeren Bruder immer nur als die Nummer zwei behandelt hat.“

      „The heir and the spare“ – „Der Erbe und der Ersatz“. Harry ist aus dem Schatten hervorgetreten. Ob er mit seinen Andeutungen, dass der Ball nun bei seiner Familie läge, Mitglieder der Royal Family aus der Reserve locken kann, wagt Begasse zu bezweifeln: „Die Grenzen zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz sind bei diesem Satz fließend. Er schreibt ein 500-seitiges Buch und erwartet, dass die anderen reagieren. Es kann aber gut sein, dass dieser Ball von niemandem aufgenommen wird. Und ich befürchte: Das wäre dann auch das Ende dieser Geschichte.“

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