Chris Talls Bruder Martin über seine schreckliche Kindheit: "Die haben systematisch Kinder misshandelt“

Sie lernten sich über die Comedy kennen und wurden im Erwachsenenalter zu echten Brüdern

Chris Talls Bruder Martin über seine schreckliche Kindheit: "Die haben systematisch Kinder misshandelt“

Eigentlich erwartet man von einem Podcast von Comedian Chris Tall lustige Gags und witzige Geschichten. Doch die Geschichte, die er und sein Adoptiv-Bruder Martin in der ersten Folge ihres gemeinsamen Podcasts „Brüderherz“ erzählen, lässt jeden Zuhörer heftig schlucken. „Wir sind Brüder, aber nicht im klassischen Sinne. Wir kennen uns nicht von Geburt an“, beginnt Chris. Denn bevor Martin schließlich im Erwachsenenalter Teil von Chris’ Familie wurde, musste er viele negative Erfahrungen machen. In der ersten Folge von „Brüderherz“ berichtet er von seiner von Misshandlungen geprägten Kindheit und seinem Weg in ein glückliches und selbstbestimmtes Leben.

"Ich habe jahrelang nicht über das gesprochen, was dort passiert ist."

Das, was Martin in seiner Kindheit widerfahren ist, wünscht man keinem: Und aus Scham und Angst hat er über Jahre hinweg keinem davon erzählt: Schon früh wurde Martin seiner Mutter weggenommen. So kam Martin mit gerade einmal drei Monaten in die Pflegefamilie, die ihm eigentlich ein glückliches, angstfreies Leben schenken sollte. Doch das Gegenteil war der Fall „Ich hab hier nicht ‘ne Backpfeife bekommen, weil ich als Kind genervt habe. Sondern was da passiert ist, ist Straftatbestand. Die haben einfach systematisch Kinder misshandelt“, erzählt Martin mit schwerer Stimme. So habe ihn seine Pflegemutter, mit einer Voltigiergerte für Pferde ausgepeitscht. Martin weiß noch genau, wie sie auf der Couch saß und dabei herzhaft lachte: „Sie hat sich in einem Spaß, mit einer Freude an diesem Akt an einem sechsjährigen Jungen ausgelassen.“ Trotzdem habe er seine Pflegeeltern als Mutter- und Vaterfigur betrachtet und dadurch solche Situationen als normal wahrgenommen. Erst im Laufe der Jahre habe er verstanden, was dort passiert ist. „Du denkst, das ist ein Erwachsener und dass du etwas falsch gemacht hast“, erklärt Martin.

Modus Operandi: Comedy als Überlebensstrategie

Von der Mutter lachend ausgepeitscht. Wie hat er das ausgehalten? Diese Frage hört Martin oft. „Als Kind entwickelst du Schutzmechanismen. Der Modus, der in mir anging hat sich systematisiert und das war: Witz, Comedy und Leute zum Lachen zu bringen. Denn wenn die Leute lachen, habe ich bessere Chancen, aus der Situation rauszukommen“, erklärt er im Podcast „Brüderherz“ (jetzt auf RTL + Musik streamen). Harte Gags seien ein Tool, um schlimme Sachen zu verarbeiten. So stand er später als Comedian auf der Bühne, wodurch er Chris kennenlernte – für Martin eine alles verändernde Begegnung: „Da kriege ich Gänsehaut – dieser Kreis, der sich schließt.“ Auch Chris wird sehr emotional, wenn er an ihre gemeinsame Vergangenheit und Martins Entwicklung denkt. „Es macht mich einfach stolz, was aus dir geworden ist“, sagt er mit Tränen in den Augen.

Martin ist von Netzreaktionen überwältigt

Die Veröffentlichung der ersten Folge von „Brüderherz“ hat in kurzer Zeit für sehr viele Emotionen in den sozialen Netzwerken gesorgt. Viele Hörer haben Martin und auch Chris Tall ihre eigenen intimen Geschichten erzählt „Ihr teilt Eure Geschichten so bereitwillig. Ich bin so geflashed.“ – besonders Martin ist von den vielen Reaktionen sehr gerührt, wie er in seiner Instagram-Story öffentlich macht:

Wie er es aus seiner Pflegefamilie schaffte und wie Chris Tall und Martin zu echten Brüdern wurden, hören Sie in dem Podcast „Brüderherz“ auf RTL+ Musik.

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