30. Todestag von Roy Black: Das sagen seine Weggefährten und Weggefährtinnen

  • Vor 30 Jahren verstarb mit Roy Black einer der erfolgreichsten Schlagersänger und TV-Stars der damaligen Zeit im Alter von gerade einmal 48 Jahren.
  • Anlässlich seines Todestages erinnern mit Uschi Glas, Anita Hegerland und Ralph Siegel langjährige Weggefährten und Weggefährtinnen an den beliebten „Ganz in Weiß“-Interpreten.

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„Du bist nicht allein“: Mit Schlagern wie diesem sowie weiteren Hitparaden-Evergreens à la „Ganz in Weiß“ und „Schön ist es auf der Welt zu sein“ eroberte Roy Black ab den 1960ern die Herzen seiner Fans, die ihm auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch die Treue halten.

Vor 30 Jahren, am 9. Oktober 1991, starb Gerhard Höllerich, wie der Sänger mit bürgerlichem Namen hieß, im Alter von nur 48 Jahren alleine in seiner Fischerhütte in Oberbayern an einem Herzanfall. Trotz seiner großen Erfolge haderte er zeitlebens mit seinem Image. Während er sich als Rock’n’Roller sah, war er für die Öffentlichkeit nur der Schlagersänger Roy Black. An dieser ihm zugedachten Rolle sollte er letztlich zerbrechen.

Anlässlich des traurigen Jubiläums möchte man der verstorbenen Legende zurufen: „Du bist nicht allein!“ Denn zum einen findet ihm zu Ehren an seinem Todestag ein Gala-Abend in Bobingen (Landkreis Augsburg) statt, an dem unter anderem seine „Schön ist es auf der Welt zu sein“-Duettpartnerin Anita Hegerland teilnimmt.

Zum anderen haben ihn seine Fans sowie seine Weggefährtinnen und Weggefährten bis heute nicht vergessen. Wir haben mit Anita Hegerland, Uschi Glas und Ralph Siegel über ihren verstorbenen Freund und Kollegen gesprochen.

„Toller Kumpel“: Laut Uschi Glas kannte Roy Black keine Starallüren

Zu den Personen, die mit Roy Black häufig zusammengearbeitet und ihn daher gut gekannt haben, gehört seine frühere Filmpartnerin Uschi Glas, mit der er Ende der 1960er/Anfang der 1970er in diversen Komödien, etwa „Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut“, gemeinsam vor der Kamera stand. In Erinnerungen schwelgend und hörbar berührt versichert die 77-Jährige, dass „Roy im normalen Leben ein toller Kumpel“ gewesen sei, „mit dem man wahnsinnig viel lachen konnte“.

Die Schauspielerin beschreibt ihren damaligen Kollegen als gesellig: „Roy war gerne unter Menschen. Insbesondere während der Dreharbeiten am Wörthersee haben wir viel miteinander unternommen, sind nach der Arbeit gemeinsam ins Wirtshaus gegangen. Und wenn er Lust hatte, nahm er dann sogar die Gitarre in die Hand und wir musizierten.“ Als Kollege sei der 1991 verstorbene Schauspieler und Musiker großartig und beliebt gewesen. Starallüren habe er nicht gekannt.

Duettpartnerin Anita Hegerland schwärmt: „Roy war der netteste Mensch auf diesem Planeten“

Diese Einschätzung teilt auch Anita Hegerland, die bereits in jungen Jahren als Roy Blacks Duettpartnerin auf der Bühne stand. Mit ihrem gemeinsamen Song „Schön ist es auf der Welt zu sein“ schrieb das deutsch-norwegische Duo Musikgeschichte, der Titel wurde fast zwei Millionen Mal verkauft. Die kleine Anita avancierte zu einem der erfolgreichsten Kinderstars der Welt.

Aktuell begeht die inzwischen 60-Jährige ihr 50-jähriges Musikjubiläum in Deutschland und wünscht sich, „wieder ein schönes Schlageralbum in Deutschland zu machen und auf große Tour zu gehen“. An die gemeinsame Zeit mit Black hat die Sängerin und Malerin ausschließlich gute Erinnerungen: „Roy war der netteste Mensch auf diesem Planeten und er brachte mich und andere Leute immer zum Lachen, wenn er Witze erzählte.“

Zudem richtet sie einen Appell an die Medien: „Ich wünschte, die deutsche Presse würde Roys Andenken in Ehren halten und all die Spekulationen um seine Person beenden und ihn stattdessen als den herausragenden Sänger und Menschen in Erinnerung behalten, der er war.“

Darin sind sich die von uns befragten früheren Weggefährten und Weggefährtinnen einig: Roy Black war eine große Persönlichkeit, gesegnet mit einer Vielzahl an Talenten. Zudem wird immer wieder seine menschliche Seite hervorgehoben. Aus Sicht von Anita Hegerland war er ein „bodenständiger Mensch, ein Philosoph, der sich wirklich für die Menschen interessierte“.

Dennoch stand der einstige Frauenschwarm nicht ausnahmslos auf der Sonnenseite des Lebens. „Wenn er seine andere Seite zeigte, war er melancholisch und auch depressiv. Roy litt unter seinem Image und darunter, dass er aufgrund seiner Lieder mitunter hämisch beobachtet wurde“, erinnert sich seine Ex-Filmpartnerin Uschi Glas. Diese Kritik habe ihm sehr wehgetan, er sei davon oft gekränkt gewesen.

„Ein liebenswerter Typ, aber auch sehr labil“: Ralph Siegel erinnert an Roy Black

Das bestätigt auch Ralph Siegel, der verschiedene Titel für Black geschrieben und ihm Ende der 1970er zu einem fulminanten Comeback verholfen hatte: „Er war grundsätzlich ein liebenswerter Typ, aber auch sehr labil.“ Der Komponist erinnert sich an einen Vorfall in Zusammenhang mit dem von Black gesungenen Siegel-Song „Sand in deinen Augen“ aus dem Jahr 1977: „Diese Nummer hatte ich ursprünglich für Rex Gildo geschrieben, der den Song jedoch ablehnte. Trotz des Erfolgs meldete sich Roy im Anschluss wochenlang nicht mehr. Als ich ihn eines Tages darauf ansprach, sagte er mir, dass er jetzt wieder mit seinem Bruder zusammenarbeitet.“ Laut Siegel fügte der Sänger hinzu: „Im Übrigen hast du ‚Sand in deinen Augen‘ ja gar nicht für mich, sondern für Rex geschrieben.“

Aus Sicht des 76-Jährigen glich Roy Blacks Leben „wie bei vielen anderen Künstlern einer Achterbahnfahrt“. Die Schuld an diesem Auf und Ab gibt Siegel allerdings nicht dem Interpreten, sondern dessen damaligem Umfeld: „Das Problem ist, dass viele Manager der damaligen Zeit ihre Künstler zu mehreren kleinen Auftritten in Möbelhäuser oder Caféhäuser geschickt haben, anstatt ein großes Konzert möglich zu machen, das dem Ansehen des Künstlers entspricht. Diese Möbelhäuser-Gastspiele haben an Rex, Roy und Co. genagt.“

So erlebte Uschi Glas die Todesnachricht

Am 9. Oktober 1991 löste die Todesnachricht von Roy Black deutschlandweit große Trauer aus. Auch bei Uschi Glas, die damals Teil des „Ein Schloss am Wörthersee“-Casts war. Einen Tag nach dem Ende der Dreharbeiten von Staffel zwei verstarb der Hauptdarsteller überraschend.

Seine Filmpartnerin, die in der dritten Staffel der RTL-Erfolgsserie die Hauptrolle übernahm, wird diesen Tag niemals vergessen. „Eine gute Freundin von mir, die damals am Set als Maskenbildnerin tätig war, sagte mir damals: ‚Uschi, es war unheimlich. Er hat sich so eigenartig verabschiedet.‘ Daraus schlussfolgert die Schauspielerin, dass Roys Herz „sehr schwer gewesen sein muss“.

So wie Uschi Glas denkt auch Anita Hegerland häufig an den viel zu früh verstorbenen Musiker – insbesondere an dessen 30. Todestag. Sie möchte dem Mann, dem sie vieles zu verdanken hat, dann ganz nah sein: „Natürlich werde ich in Bobingen Roy und meine lieben Erinnerungen an ihn ehren. Ich werde sein Grab in Straßberg wieder besuchen, zum dritten Mal. Es ist so schön zu sehen, wie seine und unsere Fans 30 Jahre später immer noch sein Grab mit schönen Blumen schmücken. Das macht mich so glücklich.“

Damit steht sie nicht alleine da. Die bis heute anhaltende Treue der Fans zeigt für sie, dass Roy Black „in seinem Leben viel mehr bewirkt hat, als es ihm seine Kritiker zugestehen wollten“.

Seine Lieder, sein Leben, sein früher Tod: Das war Roy Black

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