Helge Schneider im Innenhof des Deutschen Museums

Jazz und kleinere Reparaturarbeiten: Helge Schneider spielt mit „The deadly Bros“-Project im Innenhof des Deutschen Museums 

Die Rolling Stones hätten einfach die Bühne verlassen und sich geweigert, auch nur einen weiteren Ton zu spielen. Bei Helge Schneider wird die Panne einfach zum eigenen Programmpunkt: Gleich zu Beginn brummt die Technik vernehmlich wie ein Rasierapparat. Das trübt die Stimmung nach dem schwungvollen Eröffnungslied „Heute hab ich gute Laune“ sichtlich.

Der Orgelverstärker ist offenbar das Kummerkind. Vielleicht gab es keinen Soundcheck, vielleicht brummte es da einfach noch nicht. Jedenfalls ist fast die erste halbe Stunde des Abends der Behebung des geheimnisvollen Brummens gewidmet, an der sich Helge Schneider anfangs noch wild gestikulierend beteiligt wie der Bauherr, wenn der Betonmischer kommt.

Dann setzt er sich irgendwann hinter seine Orgel (während der Tonmann noch einige Zeit hin und her eilt), zupft ein paar Töne auf dem Lamellophon und improvisiert einen langen Werbespot für eine ayurvedische Massage, „gleich neben dem Chinarestaurant Deutsches Haus“.

Auch die Pannen sind lustig

Später würdigt Schneider eingehend die Einrichtung des Museumshofs mit Kugeln, Säulen und Bäumen – und die Münchner Immobilienpreise: „Ich muss noch 40 Jahre weitermachen – ich habe mir ein 60-Quadratmeter-Apartment in München gekauft.“

Seine „Deadly Bros.“ haben an diesem Abend verhältnismäßig wenig zu tun, vom neuen Album gibt es unter anderem „Der Boss“ zu hören. Zumal Henrik Freischlader auch noch eine Gitarrensaite reißt. Bei den Stones wäre sofort eine Ersatzgitarre auf die Bühne gereicht worden, hier wechselt und stimmt der Musiker noch selbst, während Helge Schneider (der sich inzwischen mit dem immerhin etwas leiser gewordenen Brummen arrangiert hat) und Schlagzeuger Pete York John Coltranes „Lazy Bird“ spielen.

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