Weihnachten im Pflegeheim: Wie das "Hospital Heiliger Geist" in Hamburg gegen die Corona-Einsamkeit kämpft

„Hospital Heiliger Geist" versucht Wärme & Freude zu schenken

Die aktuelle Zeit ist für alle Menschen schwer- besonders hart trifft die Corona-Pandemie aber ältere Leute. Gerade sie sollten besonders geschützt werden und genau deshalb fallen oftmals Besuche von Familie und Freunden aus. Damit sich die Bewohner des Pflegeheims “Hospital Heiliger Geist” in Hamburg-Wellingsbüttel gerade zur Weihnachtszeit nicht so alleine fühlen, haben sich die Mitarbeiter einiges ausgedacht – um trotz allem etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen.

Spagat zwischen Schutzmaßnahmen und Normalität

“Wir versuchen, das zu ermöglichen, was unter den Eindämmungsverordnungen überhaupt noch machbar ist”, erzählt Frank Schubert, Vorstandvorsitzender “Hospital Heiliger Geist”.”Das heißt, wir haben kleine Veranstaltungen in den Häusern, wir versuchen, Licht und auch Wärme und Freude reinzubringen. Wir haben schön das Gelände dekoriert. Wir haben auch viele Live-Übertragungen, Konzerte.” Außerdem gibt es für jeden Bewohner kleine Geschenketüten, als Dankeschön für das Jahr 2020.

Zweimal die Woche kommt eine mobile Pianistin in das Pflegeheim. Für jeweils vier Stunden spaziert sie durch die Flure und spielt für die Bewohner. Die dürfen den Klängen zwar nur von ihrem Zimmer aus lauschen, trotzdem versucht Pianistin Isabelle Aulila Weihnachtszauber zu verbreiten: “Es wird total dankend angenommen gerade jetzt zu der Advents- und Weihnachtszeit einfach schön – die Leute freuen sich, dass ein bisschen Musik in die Häuser kommt”.

Besucher dürfen dank Schnelltests kommen

Vor dem Pflegeheim gibt es ein Schnelltestzentrum. Wer Angehörige besuchen will, kann sich hier vorher testen lassen. Aufgrund der Corona-Bestimmungen können trotzdem nicht alle Bewohner ihre Liebsten sehen. Die 88-Jährige Ingrid Lugner lebt seit fünf Jahren in dem Pflegeheim – da ihre Familie im Ausland wohnt, kann sie Ingrid dieses Jahr nicht besuchen kommen. Deshalb freut sich die Rentnerin besonders über Weihnachtspost: “Ich krieg immer sehr viel Weihnachtspost aus dem Freundes- und Bekanntenkreis und da freue ich mich drauf – dass man noch an mich denkt”.

„Post mit Herz“: Zeigen, dass man an einen Menschen denkt

Aber nicht alle Menschen haben noch Verwandte oder Freunde, die ihnen Weihnachtspost zuschicken können. Genau dafür gibt es die Aktion “Post mit Herz”: Auf der Website kann man sich ganz einfach als Kartenschreiber*in anmelden. Dafür muss man sich einfach mit seinem Namen und seiner E-Mail-Adresse registrieren und bekommt dann die Anschrift einer sozialen Einrichtung aus Deutschland zugeschickt, an die man dann eine Weihnachtskarte schreiben kann. Wie die Karte aussieht und was draufsteht, ist egal – Hauptsache, es kommt von Herzen. Die Karte wird dann an einen Bewohner oder eine Bewohnerin der Einrichtung weitergeleitet. Bis zum 20.12. sollten die Karten verschickt werden, damit jeder noch rechtzeitig vor Weihnachten eine Karte bekommt.

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