„Lustenau am Rhein“ entwickelt noch mehr hochwertigen Lebens- und Wirtschaftsraum

In Lustenau geht der weitere Ausbau der Infrastruktur für Betriebsansiedelungen dynamisch voran. Mit diesem werden die Lebens- und Freizeitqualität sowie die Sicherheit für die Bewohner(innen) verbessert.

In Lustenau konnten viele erfreuliche Projektmeilensteine gesetzt werden?

Bürgermeister Kurt Fischer: Ja – und das gleich in mehreren wichtigen Bereichen. Parallel zur Entwicklung der Betriebsgebiete und der dort herrschenden neuen Dynamik entwickeln wir unseren Bildungsstandort weiter. Aktuell findet der Spatenstich für den Campus Rotkreuz – ein wahres Leuchtturmprojekt – statt. Die Clusterschule bestehend aus Volksschule und Sonderpädagogischem Zentrum mit Ganztagsbetreuung, Elternberatung, die neue Produktionsküche für die Bildungseinrichtungen, die unsere „Esskultur“ unterstützt, ein Kindergarten und eine Doppelturnhalle sind Einrichtungen, die allen Altersstufen zugute kommen. Einziger Wermutstropfen ist es für mich dieser Tage, dass wir die Kilbi zum zweiten Mal seit ihrem Bestehen absagen mussten. Ich hoffe, dies war das letzte Mal. Grundsätzlich blicken wir in Lustenau jedoch optimistisch und mit großer Gestaltungsfreude in die Zukunft.

Stichwort Betriebsgebiete Millennium Park und Heitere?

Kurt Fischer: Mit insgesamt 12 Hektar Betriebsgebietsgrundstücken in Ge-
meindebesitz haben wir hervorragende Gestaltungsmöglichkeiten für das Wirtschaftswachstum. Wir bieten Firmen in zukunftsträchtigen Branchen maßgeschneiderten Raum für Expansion an. Heuer fiel der Startschuss für neue Betriebsansiedelungen in der Heitere wie jene des Zerspanungstechnikunternehmens Stanztech, sowie die innovative Firma Extrudr, die technische Monofilament-Garne entwickelt und produziert. Und noch diesen Herbst wird im Millennium Park das neue multifunktionale Betriebsgebäude MP 15 mit neuen Räumlichkeiten für ZIMM, SEW Eurodrive und Vorarlbergs Smart-Textiles Pionier Günter Grabher fertiggestellt.

Mit diesen Entwicklungen werden weitere Gesamtziele für Lustenau erreicht?

Kurt Fischer: Wir wollen ein lebenswerter Standort sein – da sind wir uns mit dem Land Vorarlberg einig und stellen uns laufend Fragen zur Evaluierung: Sind wir ein chancenreicher Standort, besonders für Familien? Sind wir ein lebenswerter Standort für alle Generationen?
Die jetzigen wie die künftigen Senior(inn)en wird ein Thema, das wir im unteren Rheintal haben – das Mobilitätsthema – das überregional und über die Bedeutung der Klimafragen hinaus- geht, ebenso betreffen wie junge Menschen. Es gilt, Lustenau von der Problematik der Durchschneidung mit dem Schwerverkehr zu befreien. Wir sind dran, wissend dass bei kurz- und mittelfristigen Maßnahmen kleine Verbesserungen möglich sind.

Sie legen großes Augenmerk auf „eigenständige Mobilität“?

Kurt Fischer: Bei der sogenannten „Independent Mobility“ wird darauf geachtet, dass verschiedenste Altersstufen – vom Kind bis zum Senior – selbstständig mobil sein können.

Kann ein Kind eigenständig zur Schule, zur Musikprobe, in die Musikschule, mit der Oma einkaufen radeln? Auch Mobilität zum und vom Arbeitsplatz wird betrachtet – wie komme ich mit Öffis an den Arbeitsplatz, in die Bildungsstätten, wie kommen Jugendliche auf sicheren Wegen in die Mittelschulen, ins Gymnasium oder in die Handelsakademie?

Um dies zu gewährleisten, müssen die Sicherheit und Durchlässigkeit erhöht werden. Wir schaffen eine entsprechende Infrastruktur – auch um fahrradfreundlichste Gemeinde Österreichs zu werden. Fahrradmobilität ist ein Megatrend – wir waren und sind Vorreiter.

Selbst im neuen Betriebsgebiet Heitere ist die gute Anbindung an den ÖPNV sowie die gute Durchlässigkeit für Radler(innen) von Anfang an ein Thema in der Planung gewesen. Besonders freut mich auch der Lückenschluss mit der Fahrradbrücke von Lustenau und Au: Nun hat die Projekteinreichung in Bern stattgefunden. Ältere Menschen erinnern sich noch an die Holzbrücke, über die man mit dem Rad in die Schweiz gefahren ist.

Freizeit und Sicherheit werden auch bei RHESI kombiniert?

Kurt Fischer: Wir haben uns Mitte September einstimmig für die Freiraumplanung des Rhein-Sicherheitsprojektes RHESI ausgesprochen. Diese hat riesiges Potenzial im Bereich Freizeit und Erholung. Mit dieser Perspektive kommt dem Feiern am Rhein – so wie es unser Mundartdichter Hannes Grabher mit den Zeilen … „und fiirand schüöni Fäschtra am Rhin uss Johr füör Johr“…. bereits beschrieben hat, wieder neue Bedeutung zu. Die kommenden Generationen werden es genießen können, in Lustenau am Rhein zu leben! Der für den Hochwasserschutz gezähmte Rhein wird statt des jetzigen „Kanals“ ein attraktives, zugängliches Gewässer.
Die Aufweitung und die ansprechende Infrastruktur die hier geplant sind, bergen eine Jahrhundertchance, neuen Natur- und Freiraum zu kreieren. Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Rheinregulierung und den Projektteams war enorm konstruktiv und ist ein historischer Entscheid.

Auch im Zentrum besteht Anlass zur Freude?

Kurt Fischer: Westlich vom Reichshofsaal konnte sich die Gemeinde Grundstücke sichern. Mit dem Zentrumsprojekt „Leben am Kirchplatz“ entsteht ein architektonisch attraktives Projekt mit leistbarem Wohnraum der Wohnbauselbsthilfe und einem öffentlichen Park und einer öffentlichen Tiefgarage. Was mich ebenfalls sehr freut: Das nach zwei Jahren intensiver Vorbereitungszeit ins Leben gerufene Projekt „Esskultur Lustenau“ (siehe Seite 9) hat eine Vorreiterrolle. Innerösterreichische Bürgermeister(innen) staunen darüber – denn gesundes, frisch gekochtes Essen kann man nicht verordnen, das muss gelebt werden. Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen erhalten frisch gekochte Mahlzeiten aus regionalen Lebensmitteln, so viel bio, wie die Region bietet. Wie mit einem Projekt für die Volksgesundheit gleichzeitig neue regionale Lieferantenbeziehungen entstehen, ist vorbildlich. Toll, dass Dietmar Hagen seine Leidenschaft und Kompetenz in seiner Heimatgemeinde einbringt.

Events und Kultur lebten wieder auf?

Kurt Fischer: Ein sehr positives Erlebnis als Musikliebhaber war für mich, dass die Durchführung das Szene Openairs wieder möglich war.
Auch die kleinen Formate wie „Musiduss“ sind hervorragend angekommen. Das Freudenhaus wird wieder bespielt, im DOCK 20 und S-MAK wird ausgestellt, auch die Lange Nacht der Musik war wieder ein Highlight. Ein berührendes Corona-Format war die „Musik im Hof“, wo wir älteren Menschen klassische Musik nähergebracht haben. Im Heidensand hat sich die Hofkultur zum feinen Festival etabliert, mit Musik, Film, Theater, Kleinkunst und der Verbindung von Kultur und Kulinarik.
Dazu bilden die Rheintalische Musikschule als größte Musikschule des Landes und das Jazzseminar ein musikalisches Herz in Vorarlberg. Hier finden sehr viele Synergieeffekte statt, in Chören und Bands etc. Und last but not least möchte ich auch allen Vereinen danken, die mit ihren Aktivitäten einen wesentlichen Teil unseres attraktiven Lebensraumes bilden. Mit den Erfahrungen der bestehenden und neuen Hotels haben wir deutlich gestiegene Nächtigungen verzeichnet. Immer mehr Gäste machen bewusst Urlaub im Rheintal und nutzen Lustenau als Standortfür Unternehmungen – Lustenau zieht an.

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