Infektionsrisiko durch Corona-Tote: Bestatter fordern Corona-Impfung

Bestatter sind gerade in der Pandemie systemrelevant

Fast 60.000 Menschen (Stand: 04.02.2021) sind in Deutschland Laut Robert-Koch-Institut bereits an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das ist – vor allem in Hotspots – eine große Arbeitsbelastung für Bestatter. Und das Risiko einer Infektion durch die Arbeit mit Verstorbenen ist groß. Der Verband Unabhängiger Bestatter e.V. fordert daher: Wir wollen geimpft werden!

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

von Lauren Ramoser

Keine Impf-Priorisierung für Bestatter

“Wir haben überall versucht bei den Länderministerien eine Priorisierung zu erwirken”, berichtet Hans-Joachim Möller, Geschäftsführer des Verbands Unabhängiger Bestatter e.V.. “Bis auf Bremen hat das aber nirgendwo geklappt. Im Prinzip werden wir immer noch so behandelt wie Normalbürger”

Dabei ist das Infektionsrisiko für Bestatter und ihre Mitarbeiter besonders hoch. “Das Infektionsrisiko besteht durch die Aerosole, wenn ein an Corona Verstorbener aus dem Krankenhaus oder von Zuhause abgeholt wird. Bei dieser Verlagerung werden Aerosole freigesetzt”, erklärt Möller.

Um sich zu schützen, arbeiten Bestatter mit FFP2- oder sogar FFP3-Masken, Schutzanzügen und Schuhüberziehern – genau wie Pflegepersonal in Krankenhäusern. Verstorbene werden in Tücher eingewickelt, die zuvor in Desinfektionsflüssigkeit getaucht wurden. Särge werden speziell versiegelt und markiert, um Friedhofsmitarbeiter vor dem Infektionsrisiko zu warnen.

Auch Krematorien in stark betroffenen Regionen stehen unter großem Druck. Im sächsischen Meißen musste eine Trauerhalle zu einem Kühlraum umfunktioniert werden.

Belastende Situation für Angehörige

Gerade in Hotspots sei die Belastung der Bestattungsunternehmen hoch. Sollte ein Unternehmen durch Infektionen der Mitarbeiter ausfallen, wäre das ein harter Schlag für die Region. “Wenn die Mitbewerber nicht in der Lage wären, das zu kompensieren, dann hätten wir einen Notstand, da müssten die Stadt oder der Landkreis eingreifen. Dann würden Bestattungen mit einem hohen Zeitversatz stattfinden”, erklärt Möller.

Für Angehörige seien Beerdigungen unter Corona-Schutzmaßnahmen bereits jetzt eine schwierige Situation. “Die Menschen haben nicht mehr die Chance, sich vernünftig zu verabschieden. Das ist alles sehr trostlos”, beschreibt der Geschäftsführer. “Das sind keine Trauerfeiern, wie die Angehörigen sie auch für die Trauerverarbeitung brauchen würden. Das ist sehr belastend.”

Für die Trauerfeiern lässt sich wegen des Lockdowns keine andere Lösung finden, um Angehörige auch untereinander zu schützen. Bestatter rufen auch dazu auf, dass wirklich nur geladene Gäste eine Trauerfeier besuchen.


Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel