Bußgeld für Maskenverweigerer: So reden sich Fahrgäste bei Kontrollen heraus

Wie wirksam sind die Kontrollen wirklich?

Keine Maske in Bus und Bahn? In den meisten Bundesländern droht dafür mittlerweile ein sattes Bußgeld – und zwar meistens ohne vorherige Verwarnung: 150 Euro sind es etwa in Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Schleswig-Holstein. Wer sich in Berlin dauerhaft weigert, muss sogar bis zu 500 Euro berappen. Aber schreckt das Masken-Muffel wirklich ab? Und werden die Strafen überhaupt konsequent durchgesetzt? RTL-Reporter Wolfram Kuhnigk hat das selbst getestet. Welche Ausreden die Erwischten parat haben und ob sie am Ende tatsächlich blechen müssen, sehen Sie im Video.

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In diesen Bundesländern müssen Masken-Verweigerer zahlen

Bayern machte bereits im April den Anfang, viele Bundesländer sind inzwischen nachgezogen: Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss zahlen.

Für SPD-Politiker Karl Lauterbach der richtige Weg: “Es geht im Wesentlichen darum, andere zu schützen. Und wir kommen ja als Gesellschaft nicht klar, wenn wir uns an die Regeln, die wir uns gegeben haben, nicht halten. Wir haben die Regeln mittlerweile so gelockert, dass wir wirklich entgegengekommen sind, wo es möglich war. Aber dann müssen diese Regeln auch sehr streng beachtet werden,” erklärt er im RTL-Interview.

Welche Bundesländer derzeit Bußgelder gegen Masken-Muffel verhängen und wie hoch diese sein können, erfahren Sie hier.

Mehrheit der Deutschen für Bußgeld bei Masken-Verweigerung

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) stimmt die Mehrheit der Deutschen Lauterbach zu:

  • 56 Prozent der Befragten halten die Bußgeld-Regelung in NRW, wo ohne Maske in Bus und Bahn 150 Euro fällig werden, für richtig.
  • 27 Prozent finden das Bußgeld an sich richtig – aber erst, nachdem zunächst eine Verwarnung ausgesprochen wurde.
  • 13 Prozent sprachen sich komplett gegen das Bußgeld aus.

Wer kontrolliert Masken-Verweigerer eigentlich?

Wie die neue Maßnahme letztendlich umgesetzt wird, ist aber oft noch alles andere als klar – nicht zuletzt, weil dafür erst einmal genügend Kontroll-Personal nötig ist. “Unser Stadt-Ordnungsdienst ist ohnehin schon sehr belastet, deshalb werden wir jetzt in Gesprächen mit unseren Stadtwerken klären, was möglich ist,” erklärt eine Sprecherin der Stadt Bonn etwa der dpa.

Ähnlich die Situation in Köln: Hier arbeiten Ordnungsamt und die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) zusammen. Ein Sprecher betont aber, man könne “keine permanenten und flächendeckenden Kontrollen in allen Bussen und Bahnen gewährleisten. Wir setzen daher sehr auf die Einsicht der Fahrgäste, dass die Maskenpflicht einzig und allein ihrer Gesundheit und der der anderen Fahrgäste dient.”

Wer darf das Masken-Bußgeld verhängen?

Das sieht Politiker Lauterbach ähnlich: “Wir müssen hier auch an die Bevölkerung appellieren, zusammenzuhalten und dass diejenigen, die die Maßnahmen mittragen, auch andere ansprechen. Aber wenn es ohne zusätzliche Sicherheitskräfte nicht geht, dann werden die eingestellt werden müssen.”

Wie das NRW-Gesundheitsministerium erklärt, sollen die Verkehrsunternehmen Masken-Verweigerer aus Bus und Bahn verweisen – doch Bußgelder verhängen dürfen sie nicht selbst. Dafür sind Polizei und Ordnungsamt zuständig. Auch die Deutsche Bahn baut nach Angaben eines Sprechers vor allem auf Prävention und Appelle. Die Zugbegleiter dürften ebenfalls kein Bußgeld von den Fahrgästen erheben. Wie gut das bisher funktioniert, sehen Sie oben im Video.

Maskenverweigerer randalieren im Flugzeug

Auch im Flugzeug herrscht Maskenpflicht – was nicht alle akzeptieren wollen: Anfang des Monats randalierten zwei Männer auf einem KLM-Flug nach Ibiza und pöbelten gegen die Flugbegleiter und andere Passagiere.

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