Aufregung um Mercedes-Lenkrad

Am zweiten Testtag der Formel-1-Teams in Barcelona-Montmelo sind nicht die Rundenzeiten im Mittelpunkt gestanden, sondern das Lenkrad des Weltmeister-Teams Mercedes. Lewis Hamilton benutzte am Vormittag erstmals das sogenannte DAS (Dual Axis Steering), also eine duale Achsensteuerung.

Auf einer Bordkamera war zu sehen, wie der Brite auf einer Geraden das Lenkrad an sich zog und dann kurz vor der Kurve wieder von sich wegschob. Dabei kippten die Vorderräder leicht nach innen. Diese Vorspurverstellung soll der Temperaturregulierung der Reifen dienen.

Die Vorderräder eines F1-Autos zeigen normalerweise immer leicht nach außen, um, vereinfacht gesagt, das Fahrzeug in der Kurve stabiler zu machen. Das hat aber den Nachteil, dass die Reifen auf den Geraden nicht exakt geradeaus zeigen und dadurch zu sehr, unter Umständen auch ungleichmäßig, abgenutzt und erhitzt werden. Mercedes hat also ein System gebaut mit dem der Fahrer durch Drücken und Ziehen am Lenkrad seine Vorderreifen “gerade” stellen kann – Das ist aerodynamischer, also schneller auf der Geraden, und besser für die Haltbarkeit der Reifen.

Mercedes-Technikdirektor James Allison sprach davon, dass das DAS eine “zusätzliche Dimension der Kontrolle” in der Lenkvorrichtung bringe. Dem Engländer zufolge soll das System regelkonform und dem Automobil-Weltverband (FIA) seit längerer Zeit bekannt sein.

Mercedes F1 W11 im Technik-Check

Das Motorsport-Magazin hat den neuen F1-Boliden von Mercedes einem Technik-Check unterzogen – Allerdings bevor das neue Lenkrad bekannt wurde.

Teams spulen Longruns ab

Der Finne Kimi Räikkönen fuhr im Alfa Romeo Bestzeit vor dem Mexikaner Sergio Perez (+0,256) im Racing Point, der frappierend dem Mercedes ähnelt, und dem Australier Daniel Ricciardo (+,658) im Renault. Bei den Teams standen die Longruns im Vordergrund, fast alle Piloten drehten mehr als 100 Runden. Der Thailänder Alexander Albon (0,821) war im Red Bull Vierter vor dem Franzosen Pierre Gasly (1,030) im AlphaTauri.

Sebastian Vettel war an seinem ersten Testtag mit seinem Ferrari Sechster (1,063), Weltmeister Hamilton, der am Vortag Schnellster war, klassierte sich an der neunten Stelle (1,296). Ein elektrisches Problem hatte für ihn zum vorzeitigen Ende des Trainingstages geführt.

(APA/ag./dpa)

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