Angst vor Delta: Bald Quarantäne und doppelte Testpflicht für Reise-Rückkehrer?

Länder-Regierungschefs fordern strengere Test- und Quarantäneregeln

Dank sinkender Infektionszahlen und steigender Impfquoten schreiten die Öffnungen in vielen Regionen Europas voran. Urlaub ist zumindest wieder etwas unbeschwerter möglich. Und nun, da die Reisewarnungen und Quarantänepflicht für viele Ziele gefallen sind, zieht die Nachfrage nach Urlaubsreisen kräftig an. Doch genau das bereitet Experten auch Sorge – vor allem im Hinblick auf die rasche Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante. Der Ruf nach strengeren Corona-Kontrollen für Urlaubsrückkehrer wird lauter. Dabei drängen immer mehr Experten und Länder-Regierungschefs darauf, Test- und Quarantäneregeln bei der Einreise aus dem Ausland zu verschärfen.

​+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Lauterbach: "Im Urlaub können wir uns ein Problem ins Land holen"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt, dass Reiserückkehrer einen entscheidenden Faktor für Verbreitung der Delta-Variante darstellen: “Im Urlaub können wir uns ein Problem ins Land holen, was im Herbst dann viele betrifft. Insbesondere die Kinder”, so der Politiker im Interview mit RTL. “Wenn wir das verhindern wollen, muss gründlich geprüft werden: Wer hat sich getestet? Wer hat sich in der richtigen Zeit getestet?” Nur so sei sichergestellt, dass niemand das Virus weiterträgt. Außerdem helfe es, wenn so viele Menschen wie möglich vollständig geimpft werden.

Mindestens fünf Tage Quarantäne?

Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) halt die derzeitigen Einreise-Regeln in Deutschland für zu lasch. Er kritisierte, dass bei Einreisen aus Risikogebieten derzeit ein einmaliger, einfacher Antigen-Test reiche, um Quarantäne zu vermeiden. “Das ist zu unsicher”, sagte er der “Welt”. Stattdessen sollten alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten grundsätzlich in Quarantäne gehen, die frühestens nach fünf Tagen bei einem negativen PCR-Test aufgehoben werden dürfe.

Ähnlich äußerte sich Berlins Regierungschef Müller. “Diese Stichproben reichen nicht, die im Moment von der Bundespolizei umgesetzt werden”, erklärte der SPD-Politiker im ZDF. “Sie können schon bei der Anreise kontrollieren: Wer hat den entsprechenden negativen Testnachweis? Und dann hier nach einer bestimmten Quarantänezeit auch mit einem erneuten Test gegenchecken, dass man auch wirklich negativ ist.” Es sei zwar schön, wenn die Menschen Urlaub machen könnten. “Aber wir wollen die Gefahren ja nicht zurückbekommen hier nach Deutschland.”

Lese-Tipp: Reisen im Sommer 2021: Diese Urlaubsgebiete werden jetzt richtig voll

RTL.de empfiehlt

Ruf nach schärferen Grenzkontrollen und zweifacher Testpflicht

Zuvor hatte schon Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verlangt, dass Urlauber an den Grenzen engmaschig auf Impfausweise und negative Corona-Tests kontrolliert werden. Rückendeckung kam von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: “Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach Kontrollen an den Grenzen, ob aktuelle Negativ-Tests vorliegen. Genau daran hat es bislang gemangelt”, sagte der SPD-Politiker der “Welt”.

Auch Weil forderte eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrer, die nicht voll geimpft sind. “Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen”, sagte er. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte schon zuvor gemahnt: “Internationale Reisen dürfen nicht dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen infizieren und das Virus nach Hause tragen.”

Viele Urlaubsländer sind keine Risikogebiet mehr

Die Bundesregierung bewertet regelmäßig die Corona-Lage im Ausland und unterscheidet dabei zwischen Virusvariantengebieten, in denen sich als besorgniserregend eingestufte Varianten ausbreiten, Hochinzidenzgebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 und Risikogebieten mit über 50. Bisher unterliegen nur Rückkehrer aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten Testpflichten.

  • Keine Risikogebiete mehr: In DIESEN Ländern ist Urlaub trotz Corona möglich

Wegen sinkender Infektionszahlen sind aber zuletzt zahlreiche Urlaubsgebiete in Europa aus der Liste der Risikogebiete gefallen. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland zurückkehrt, muss deshalb keine Einreisebeschränkungen mehr beachten. Für Flugreisende gilt allerdings weiter eine generelle Testpflicht: Jeder – ob aus einem Risikogebiet oder nicht – muss schon vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen. (dpa, dhe)

Im Video: Portugal ab Dienstag Virusvariantengebiet



Produktvergleiche

Gutscheine

Services


Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel