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Neuerungen: Der Verlustrücktrag und diedegressive Abschreibung

Im Rahmen derVeranlagung gibt es die Möglichkeit eines Verlustrücktrages. Ein Unternehmenhatte 2019 ein erfolgreiches Jahr, 2020 folgt der Schreck, wenn der Bescheidder Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuernachzahlung zugeht. Zu diesemZeitpunkt kann die wirtschaftliche Situation des Unternehmens sich bereitsstark geändert haben, durch die COVID-19-Krise sind viele Unternehmen mitdiesem Szenario bekannt. Der im Konjunkturstärkungsgesetz eingeführteVerlustrücktrag bietet ab jetzt die Möglichkeit, nicht ausgleichsfähigenegative Einkünfte aus dem Jahr 2020 in die Vorjahre bis 2018 zurückzutragen.

Voraussetzungenund Antragsstellung

Voraussetzung für den Verlustrücktrag ist, dass derGesamtbetrag der betrieblichen Einkünfte 2019 positiv war und 2020voraussichtlich negativ sein wird. Wenn der Steuerpflichtige die voraussichtlichenVerluste aus 2020 abschätzen und nachweisen kann, dann können dievoraussichtlichen Verluste zu 60% mit dem positiven Ergebnis aus 2019verrechnet werden. Sind die Verluste noch nicht abschätzbar, ist derVerlustrücktrag nur bis zu 30% und unter Voraussetzung, dass dieVorauszahlungen 2020 auf null herabgesetzt wurden möglich. Der Verlustrücktragist bis zu einem Betrag von 5 Millionen Euro gedeckelt. Verlustrückträge könnenab 21.09.20 mittels Antrag und dem dafür amtlichen Formular beantragt werden.Wenn nach der Bildung der COVID-19 Rücklage ein Teil des Verlustes noch offenist, kann dieser in das Jahr 2018 rückgetragen werden. Hier gilt eineObergrenze von 2 Millionen Euro. Der Verlustrücktrag ist derzeit nur für dasJahr 2020 begrenzt.

Die degressive Abschreibung

Wann verliert ein Wirtschaftsgut seinen Wert? Fürviele Anlagegüter gilt, dass die Leistungsfähigkeit in den ersten Jahren amhöchsten ist. Danach fallen mehr Reparaturen an oder technische undwirtschaftliche Fortschritte reduzieren den Wert der Anlage. Diese Umständewurden bis dato von der steuerlich vorgeschriebenen linearen Abschreibung nichterfasst. Ab 2020 findet nun die unternehmensrechtlich bereits möglichedegressive Abschreibung auch Einzug in das Steuerrecht. Bei der degressivenAbschreibung werden zu Beginn der Nutzungsdauer höhere Beträge abgeschriebenwie zu Ende der Laufzeit. Der neue § 7 Abs.1a EStG sieht vor, dass diesteuerlich degressive Abschreibung so erfolgt, dass immer 30% desRestbuchwertes abgeschrieben werden. Schafft ein Unternehmer, daher eine Anlageum 3000 Euro an, dann ist die Abschreibung im ersten Jahr der ­Nutzung 900Euro, im zweiten Jahr beträgt die Abschreibung 30% von 2100 Euro, daher 630Euro. Zum Vergleich: bei einer linearen ­Abschreibung und einer Nutzungsdauervon fünf Jahren wäre die Abschreibung in beiden Jahren 600 Euro.

Einschränkungen

Die degressive Abschreibung darf nicht für alleWirtschaftsgüter verwendet werden, ausgenommen sind Gebäude, Pkw mit ­Ausnahmevon Elektroautos, bestimmte ­unkörperliche und gebrauchte Wirtschaftsgütersowie Anlagen in Zusammenhang mit fossilen Energieträgern. Gebäude sind zwarvon der degressiven Abschreibung ausgenommen, jedoch ist für sie einebeschleunigte lineare Abschreibung im § 8 Abs.1a EStG implementiert worden.

Das Gute kommt zum Schluss – die degressiveAbschreibung wurde dauerhaft verankert und wird daher voraussichtlich dieCorona-Krise überdauern.

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